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«Es schadet nichts, auf einem Entenhof geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat!» Kaum ein geflügeltes Wort Andersens ist in Dänemark so häufig parodiert worden wie diese Stelle aus dem «Hässlichen jungen Entlein». Auch Rued Langgaard lädt dazu ein. Das Künstlerkind wuchs auf in Kopenhagens feinem Viertel Gammelholm – alles außerhalb dieser mondänen, kultivierten Welt betrachtete er fortan als Hühnerhof.
Seine Äußerungen über die Hauptstadt, ja das ganze Land und dessen zeitgenössische Künstler, insbesondere Carl Nielsen, zeugen von einer geradezu hysterischen Geringschätzung. Die dänische Musik nach dem Tod von Niels Wilhelm Gade erschien ihm völlig geistlos, banal und kleinbürgerlich. Stammte Nielsen, das siebte von zwölf Gören, nicht aus einer fünischen Kätnerhütte? Was konnte man von dem Sohn eines Anstreichers und Dorfmusikanten schon erwarten!
Langgaards Eltern hingegen waren echte Künstler, elitär und idealistisch, beide Musiker, der zu religiösen Grübeleien neigende Vater sogar Komponist und Professor. Ihren Sprössling erzogen sie als Genie. Klein Rued hatte keine Spielkameraden, besuchte nie eine Schule, erhielt nur ein paar Musikstunden an einem ...
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Opernwelt Jahrbuch 2018
Rubrik: Wiederentdeckung des Jahres, Seite 48
von Volker Tarnow
Ein bisschen erinnert das Ganze an die Geschichte von Phönix, der aus der Asche stieg: Immer wieder hat sich die Oper Frankfurt nach Krisen zu blühender Höhe aufgeschwungen, unterstützt von einem wohlsituierten, neugierigen Stadtbürgertum, das ästhetische Bildung nach wie vor für ein wesentliches Gut hält und dem Ungewohnten, Unerhörten gegenüber aufgeschlossen...
Ohne den dunklen Gevatter funktionierte diese Forschung früher nicht. Sehr genaue, anatomisch weitgehend korrekte Zeichnungen konnte Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert anfertigen, von der Zunge, vom Rachen, vom Kehlkopf. Doch vor der Niederschrift seiner Forschung samt Illustrationen stand die Arbeit mit dem Messer. Das Universalgenie schnitt die Hälse...
«Für dich, Hollywood ist dran.» Aber wer sagt denn, dass alte Künstlerwitze nicht auch die Realität streifen können? Immerhin ist Anna El-Khashem Ähnliches passiert. Sehr plötzlich bekam die Russin ein Vorsingen fürs Opernstudio der Bayerischen Staatsoper vermittelt. Die Sopranistin flog also von der Heimat Sankt Petersburg nach München, präsentierte ihre...
