Wagner: Das Rheingold
Seht her, scheint Christine Mielitz der kränkelnden Kulturnation zuzurufen, was das deutsche Stadttheater doch alles kann – wenn man es nur machen lässt. Nicht nur mit ihrem legendären Meininger «Ring» (siehe OW 06/2004) stellte sie das kreative Potenzial der so genannten Provinz spektakulär unter Beweis. Auch in Dortmund, ihrer neuen künstlerischen Heimat, setzte die Regisseurin immer wieder ungeahnte Kräfte frei. Nun hat sich Mielitz dort Wagners Opus magnum abermals vorgenommen.
Wenn in ihrem zweiten «Rheingold» die Hubpodien unentwegt auf- und niederfahren und die Drehbühne heiß läuft, wenn zudem ein multimedial flackernder Aktionismus inklusive Environment, Lightshow und Feuerwerk das Geschehen überformt, so drängt sich freilich manchmal der Eindruck auf, dass hier nicht zuletzt die technischen «Wunder» des Hauses als Impulsgeber für Regie-Gedanken gedient haben könnten. Statt narrative Klarheit oder eine konzentrierte Bildsprache schaffen Mielitz und Ausstatter Stefan Meyer ein assoziatives Nebeneinander aller möglichen Symbole und Zitate: die Rheintöchter – ein (zunächst aus dem Off singendes) Revuetrio in Schwarzrotgold; die Götterwelt – eine bleichgetünchte, als ...
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«Idomeneo» ist gewiss Mozarts musikalisch reichste, dramatisch radikalste Partitur, die gleichermaßen die Tragédie lyrique Rameaus wie Glucks Opernreform beerbt und die höfische Seria im Geist des Wiener Sonatenstils überformt. Bereits in der festlichen Ouvertüre mit ihren abrupten Einbrüchen wetterleuchtet jene nervöse Erregtheit, die Ausdruck und Tempo des Stücks...
