Appellcharakter
Benjamin Brittens «War Requiem» erlebte seine Uraufführung anlässlich der Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung der im Zweiten Weltkrieg durch deutsche Luftangriffe (Deckname: «Unternehmen Mondscheinsonate»!) zerstörten Coventry-Cathedral. Es ist das Bekenntniswerk eines erklärten Pazifisten. Im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier wurde nun erstmals der Versuch unternommen, das «War Requiem» auf die Bühne zu bringen.
Ein Wagnis, denn das Stück erzählt keine Geschichte, wie beispielsweise Händels Oratorien, sondern ist kontemplativ, ohne jede Handlung und äußere Dramatik angelegt. Sein Text kombiniert die lateinische Totenmesse mit Antikriegs-Gedichten von Wilfred Owen.
Mit der Bühnenadaption rundet sich in Gelsenkirchen ein Britten-Zyklus, der unter dem Motto «Trilogie der Außenseiter» stand und der Regisseurin Elisabeth Stöppler anvertraut war. Zuhilfe kam ihr, dass Britten sein Oratorium auf einem dialogischen Prinzip aufgebaut hat: Der Chor, der die lateinischen Requiem-Texte singt, wird von einem groß besetzten Orchester begleitet. Den von Tenor und Bariton auf Englisch gesungenen Gedichtvertonungen, die den liturgischen Ablauf immer wieder unterbrechen, ist dagegen ein ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Regine Müller
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hört zu den geistvollen Gemeinplätzen, die auch Generationen patriotischer Musikwissenschaftler, Künstler und die «Early English Opera Society» nicht aus der Welt räumen konnten. Die Bemühung um eine englischsprachige Oper begann 1656 mit Sir William Davenants «The Siege of Rhode»...
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einem New Yorker Hotel. Doch das Geschehnis, von dem ein humorvoller Chronist berichtet, ereignete sich in den 1920er Jahren in Glyndebournes legendärem «Organ Room» – während der Aufführung der...
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