Aus der Traum?

Das Bremer Theater sitzt auf Millionenschulden, Intendant Hans-Joachim Frey geht vorzeitig. Auch in Bremerhaven nimmt der Chef Abschied. Gleichwohl zeigen die Häuser mit Bellinis «Norma» und Donizettis «Lucrezia Borgia» Mut zum heiklen Belcanto-Repertoire

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Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten, meinten die Tiere. Eine weise Entscheidung.

Denn Spielleute hatten offenbar schon zu Zeiten der Gebrüder Grimm in Bremen wenig zu lachen – was die Hafenstadt heute freilich nicht hindert, das Quartett aus dem Märchen nach allen Regeln der Marketingkunst für die Eigenwerbung einzuspannen.  
Auch das Theater hätten die kühl rechnenden Planer im Nordwesten der Republik gern als touristische «Dachmarke» etabliert, möglichst mit europaweiter Ausstrahlung, bei möglichst geringen Kosten. Und es fand sich ein Mann, der die von der Politik gewünschte Quadratur des Kreises versprach: Hans-Joachim Frey. Als der ehemalige Dresdner Operndirektor 2007 die Generalintendanz von Klaus Pierwoß übernahm, der das Vierspartenhaus 13 Jahre lang geschickt gegen alle Zumutungen des Senats verteidigt hatte, kündigte der Neue vollmundig an, den ...

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Opernwelt November 2009
Rubrik: magazin, Seite 75
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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