Aus der Traum?
Bis zum Rathaus haben es die Bremer Stadtmusikanten bekanntlich nicht geschafft. Statt ihr Glück unter dem Dach der Hanse-Bürgerschaft zu suchen, sind Esel, Hund, Katze und Hahn dann doch lieber im Wald geblieben. Die ruhige Räuberhütte, deren Bewohner sie mit einem konzertierten Bluff vertrieben hatten, verheiße eine bessere Zukunft als das Leben unter Kaufleuten, meinten die Tiere. Eine weise Entscheidung.
Denn Spielleute hatten offenbar schon zu Zeiten der Gebrüder Grimm in Bremen wenig zu lachen – was die Hafenstadt heute freilich nicht hindert, das Quartett aus dem Märchen nach allen Regeln der Marketingkunst für die Eigenwerbung einzuspannen.
Auch das Theater hätten die kühl rechnenden Planer im Nordwesten der Republik gern als touristische «Dachmarke» etabliert, möglichst mit europaweiter Ausstrahlung, bei möglichst geringen Kosten. Und es fand sich ein Mann, der die von der Politik gewünschte Quadratur des Kreises versprach: Hans-Joachim Frey. Als der ehemalige Dresdner Operndirektor 2007 die Generalintendanz von Klaus Pierwoß übernahm, der das Vierspartenhaus 13 Jahre lang geschickt gegen alle Zumutungen des Senats verteidigt hatte, kündigte der Neue vollmundig an, den ...
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Immer weniger Natur, immer mehr Industrie, mehr Technik, mehr Tempo, mehr soziales Gefälle. Die Menschen im 19. Jahrhundert lehnten sich auf gegen die rasante Veränderung ihres Lebensumfeldes. Schon Goethe ahnte, dass die Entwicklung, deren Anfänge er mitbekam, einschneidend und unumkehrbar war. Und er war froh, dass er sie nicht mehr erleben musste. In der Oper...
Hildegard Behrens starb überraschend. Eine Hirnblutung. In Japan war sie zum Kusatsu-Festival eingeladen und wollte auch unterrichten. Sie wurde 72 Jahre alt. Wer sich das Besondere ihres Singens und ihres Künstlertums in Erinnerung rufen will, sollte das nicht von den großen Erfolgsjahren mit Wagner und Strauss her tun, sondern von den Anfängen. Hildegard Behrens...
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