Zuidam: Rage d'Amours
Eine unheimliche Geschichte: Johanna die Wahnsinnige, Mutter des in Gent geborenen Karl V., liebte ihren Mann Philipp den Schönen so sehr, dass sie bei seinem frühen Tod 1506 keinen Abschied nehmen konnte und lange Zeit mit seiner Leiche durch Spanien reiste. Nachts musste der Sarg geöffnet werden, damit die untröstliche Johanna ihren langsam verwesenden Ehegatten umarmen und küssen konnte. Schließlich wurde Philipp in einer Kapelle des Doms von Granada beigesetzt. Johanna lebte noch sechsundvierzig Jahre – völlig isoliert in einem Kloster.
Diese «rage d’amours», war für Rob Zuidam (Jahrgang 1964) Inspiration für seine Komposition. Liebe, Tod, Leidenschaft und Nekrophilie boten ihm die Ingredienzen, die er für seine Oper brauchte. Das Libretto verfasste der Komponist selbst – auf der Basis älterer spanischer, lateinischer und französischer Texte. Unbedingte Leidenschaft tönt denn auch aus der Musik, die Zuidam für «Rage d’Amours» geschrieben hat. In diesem Werk, dass in Amsterdam im Rahmen des Holland Festivals und in Koproduktion mit De Nederlandse Opera präsentiert wurde, geht von jedem Takt obsessive und unheimliche Schönheit aus.
Immer wieder sind in sich selbst kreisende ...
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