Wenig Neues, kaum Extremes
Mit szenischen Glanzleistungen haben die Moskauer Opernhäuser ihr Publikum in der vergangenen Spielzeit zwar nicht verwöhnt – es gab wenig Neues und kaum Extremes zu sehen –, doch musikalisch lohnte mancher Abend den Gang ins Theater. Tugan Sokhiev etwa gab mit einer konzertanten Aufführung von Tschaikowskys «Jungfrau von Orléans» seinen Einstand als Musikchef des Bolschoi Theaters.
Er zog das Stück als monumentales Fresko auf, verlor sich nicht in Nebensträngen, legte den Fokus ganz auf die geistige Kraft der Titelfigur – Anna Smirnova gab als charismatische Johanna ihr Bolschoi-Debüt.
Robert Carsens Varieté-«Rigoletto» aus Aix-en-Provence (siehe OW 9-10/2013) sprach aufgeschlossene Gemüter an, während der konservative Teil des Publikums sich über zu viel nackte Haut empörte. Im Ansatz kühn auch Irina Lychaginas Idee, in Glucks «Orfeo ed Euridice» den Mythos mit der Lebensgeschichte Marie Antoinettes zu verknüpfen. Der szenischen Umsetzung fehlte leider der Biss – gefällige Posen dominierten.
An der Novaya Opera brachte Vasily Valitov, seit 2010 Dirigent am Haus, mit dem Nikolayev Youth Symphony Orchestra of Russia und dem hauseigenen Kammerchor «Iphigénie en Tauride» so ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Alexej Parin
Hindemiths später Einakter «Das lange Weihnachtsmahl» nach Thornton Wilder, 1961 in Mannheim uraufgeführt, fristet ein Mauerblümchendasein. Aufführungen gibt es, wenn überhaupt, nur an der Peripherie – wie nun im Rahmen des Sommerfestivals Jardins musicaux in Cernier. Das Dorf liegt fünfzehn Autominuten hinter Neuchâtel in einer Senke zwischen zwei Jurafalten der...
Katia Ricciarelli selbst war auf der Bühne ja nie sehr komisch, doch hat sie als Lehrerin den Bassbariton Paolo Bordogna mit ausgebildet. Der rattert auf seiner CD «Tutto Buffo», begleitet von der Filarmonica Arturo Toscanini unter Francesco Lanzillotta, durchs bekannte Repertoire von Leporello über Bartolo, Don Magnifico, Mamma Agata, Dulcamara, Falstaff, Don...
Musik von der schweren Süße alten Parfüms aus den geschliffenen Flakons unserer Urgroßmütter: Mit Franz Schrekers Künstler- und Sehnsuchtsdrama «Der ferne Klang», 1912 in Frankfurt uraufgeführt und vor 91 Jahren in Graz zur österreichischen Erstaufführung gebracht, eröffnete die Grazer Oper ihre neue Spielzeit. Großer Jubel am Schluss. Endlich wieder Erfolg für ein...
