In Adornos Gartenlaube
Der Titel gibt die Richtung vor: «Schrei und Utopie» ist der im Wolke Verlag erschienene Band überschrieben, der – pünktlich zu dessen 80. Geburtstag – Essays von Nicolas Schalz aus den vergangenen 40 Jahren bündelt.
In seiner Kontrastbildung verweist dieser Titel auf den dialektischen Grundansatz, dem das Denken des emeritierten Professors der Hochschule für Künste Bremen über Musik und Musikgeschichte verpflichtet ist; jenem auf Hegel fußenden Widerspruchsgeist, der doch stets bemüht ist, das Ganze als das Wahre und das Wahre als das Ganze zu begreifen und, wie Herausgeber Tobias Klich im Vorwort notiert, «zum Leitmotiv im Aufspüren der Modernität von Musik unabhängig von ihrer jeweiligen Entstehungszeit» wird.
Was zunächst frappiert, ist das enorme Spektrum der behandelten Themen und Topoi, die durchgängig aus der Perspektive einer «Dialektik von Erinnern und Vergessen» betrachtet werden. Was an «Alter Musik», fragt der luxemburgische Musikologe einführend, «wird in Neues übernommen, was wird vergessen oder bleibt außen vor? Warum diese Implantation eines Gewesenen in das Gegenwärtige? Wie wird sie realisiert»? Um diese Fragen zu beantworten, spannt der Autor einen weiten ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 52
von Jürgen Otten
Kein Zweifel, diese Dame ist von Zorn durchglüht. Außer sich. Erregt. Schon der Beginn der Szene zeigt sie in Rage, die Töne poltern nur so durch den imaginären Raum. Und dies nicht ohne Grund. Die Enttäuschung über eine tyrannische Liebe hält die Unglückselige gefangen, und nichts, aber auch gar nichts kann sie gegen die grausamen Erinnerungen ausrichten, die...
JUBILARE
Adam Fischer studierte Komposition und Dirigieren in seiner Geburtsstadt Budapest sowie bei Hans Swarowsky in Wien. 1973 gewann er den 1. Preis des Cantelli-Wettbewerbs in Mailand und wurde daraufhin als Korrepetitor an die Grazer Oper verpflichtet. Nach Stationen als Erster Kapellmeister in Helsinki, Karlsruhe und München war er GMD in Freiburg...
Aus Anlass des 100. Geburtstags von Wieland Wagner fand 2017 im Rahmen der Bayreuther Festspiele ein Symposion statt, das Person, Werk und Wirkung des Wagner-Enkels sowie den wesentlich von ihm mitgeprägten Mythos «Neu-Bayreuth» neu und kritisch beleuchten konnte, weil seit 2016 sein persönlicher Nachlass sowie die Dokumente zu seinen Bayreuther Inszenierungen für...
