Last Exit Bismarckstraße
Medienerfolg als Krisensyndrom. Selten brachte es ein Opernhaus so rasch zu Schlagzeilenruhm in internationalen Zeitungen wie die Deutsche Oper mit dem sogenannten «Idomeneo-Streit». Doch damit nicht genug. Kurz darauf lief der «Jägerchor» in der Premiere des «Freischütz» seinem (Chef-) Dirigenten Renato Palumbo gnadenlos davon. Das verwackelte Ergebnis kursierte als Audio-Datei im Internet.
Schließlich war das Medienecho zum Regie-Einstand von Kirsten Harms zu Beginn der Saison mit Alberto Franchettis «Germania» zwar riesig – nur leider zumeist negativ (zu dieser Aufführung siehe auch Seite 46).
Ergebnis: Die Gesamt-Performance der Deutschen Oper wird in diesem Jahrbuch als «Ärgerlichste Opernerfahrung des Jahres» verbucht. Ob die Kaskade der Peinlichkeiten eine Trendwende einläuten könnte, das fragt man sich besorgt – und zwar nach Jahren prekärer Schlingerei an der Berliner Bismarckstraße.
Keine Frage, dass hinter dem Problem auch eine Problemfigur steht: Intendantin Kirsten Harms. Sie kam beim Eklat um die Absetzung von Hans Neuenfels’ «Idomeneo» erstaunlich ungeschoren davon. Nur: Sie selbst hatte die Katastrophe herbeigeführt. Die Empfehlung eines Berliner Innensenators, ...
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