Erlaubt ist, was gefällt
Da sage einer, er sei nicht vorgewarnt! Gleich am Eingang des Opernhauses steht ein Korb mit Orangen, und wer von den keineswegs verbotenen Früchten kosten will, dem fällt unweigerlich ein Zettel in die Hand, der den einladenden Vitaminpräparaten beigepackt ist. Darin ist von einem Dr. Sergei Prokofjew die Rede, der die Arznei «Die Liebe zu den drei Orangen» als hoch wirksames Medikament gegen depressive Verstimmungen 1919 im «pharmazeutischen Labor» von Moskau entwickelt und zwei Jahre später erstmals in den USA getestet habe.
Offenbar mit solchem Erfolg, dass Boosey & Hawkes wie Bote & Bock das Opernprodukt nach wie vor in ihrem Verlagssortiment führen, und das trotz bekannter Nebenwirkungen: «Erhöhter Adrenalinspiegel, Muskelkater im Zwerchfell-Bereich, akute Realitätsflucht. Gelegentlich: Inkontinenz aufgrund zu starken Lachens.»
Wie so oft hält das Mittel nicht ganz, was es verspricht. Auf der Bühne ist die versammelte Ärzteschaft jedenfalls ratlos angesichts der Lethargie eines Prinzen, der sich in seine Langeweile bettet und mit der Videokamera beobachtet. «Hypochondrische Depression» lautet am Ende ihre hilflose Diagnose und kapituliert damit vor einer Krankheit, gegen die ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Hartmut Regitz
Traumwelt: Welt der Verdrängung, des Subtextes, der Reise in Vorzeiten. Wie es sich anfühlt, diese Welt zu betreten, hat der Philosoph Christoph Türcke höchst anschaulich formuliert. Sich auf den Traum einlassen, schreibt er gleich zu Beginn seines faszinierend eigensinnigen Buches «Die Philosophie des Traums», «heißt in den Untergrund gehen: allen festen Halt...
Bei seinem Debüt als Opernkomponist ging Antonio Vivaldi umsichtig vor. Obwohl er bereits Erfahrung als Arienzulieferer für andere Komponisten besaß, wich der 35-Jährige nicht nur von Venedig ins nahe Vicenza aus, sondern suchte sich auch ein Stück von kammerspielhafter Dimension aus: Mit fünf Rollen, ohne Chor ist «Ottone in Villa» die kleinste aller...
Am 14. September 1971 gab Dietrich Fischer-Dieskau in der Berliner Philharmonie einen von Daniel Barenboim begleiteten Liederabend, dessen Mitschnitt nun erstmals vorliegt. Das Programm mit frühen Gesängen, den «Liedern eines fahrenden Gesellen» und einigen Rückert- bzw. «Wunderhorn»-Liedern bildet eine Auswahl der 1978 für EMI entstandenen Studioproduktion, bei...
