Gemäßigte Windstärken

Wagner: Der fliegende Holländer Saarbrücken / Saarländisches Staatstheater

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Viele regieführende Frauen haben der Operninterpretation namentlich in Deutschland seit einem Vierteljahrhundert beträchtlichen Auftrieb verliehen, zuweilen mit durchaus spezifischen Perspektiven eines nicht allzu eng zu definierenden «weiblichen» Blicks. Diesen reklamiert auch Aurelia Eggers für sich und ihre Saarbrücker Inszenierung des «Fliegenden Holländer». Doch in der Ausführung erweist sich die Konzeption als zu wenig rund, zu unentschlossen zwischen psychologisierendem Naturalismus auf der einen, Oratorium und Mysterienspiel auf der anderen Seite.

Ins Abstrahierend-Überhöhte lenken die meist statuarischen Chorauftritte ebenso wie das mit einem beweglichen Spiegelelement ausgestattete Bühnenbild von Stephan Mannteuffel, das mit den zwei geknickt aufragenden Ofenrohren eher skurril als gelungen daherkommt.

Hiroshi Matsuio – ein sonorer Daland – tritt anderthalb Akte lang wie Johannes Heesters als Champagnergraf auf (Kostüme: Veronika Lindner), um danach kurios zum Landjunker zu mutieren. Spielopernhaft pointiert erscheint seine Beziehung zu Judith Brauns Mary, einer auf Glitzerzeug scharfen, herausgehoben eleganten Erscheinung. Ungewöhnlich deftig auch die Dauerhatz der ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Hans-Klaus Jungheinrich

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