Stockhausen auf Youtube
Hier geht es ums Ganze. «Kunst ist das größte, menschlichste und erhabenste politische Spiel», so steht es auf dem Transparent, das Hans Sachs während des Vorspiels auf der karg ausgestatteten Bühne installiert. Der Spruch wirkt zwar plakativ und pauschal, aber hier, in einer schleichend ausdünnenden Kulturlandschaft, hat er seinen Sinn.
Warum sollte man in Halle schon wieder die althergebrachte «Meistersinger»-Thematik von künstlerischer Tradition und Innovation diskutieren? In dem kulturpolitischen Rahmen, innerhalb dessen ein kleines mitteldeutsches Opernhaus das Mammut-Lustspiel stemmt, stünde so eine Diskussion auf elfenbeinernen Füßen. Denn dieser Rahmen wird heute vor allem von der Frage bestimmt, ob Kunst eine Finanzierung aus Steuermitteln noch wert ist oder nicht.
Die Plakat-Aktion zeigt an, dass der Katastrophenfall schon eingetreten ist: Mit ihr wird Sachsens Schlussansprache vorweggenommen, ein wütendes, einsames Plädoyer für ästhetisches Denken und Handeln. Am Ende ist Sachs dann gänzlich verlassen – der Schlusschor kommt aus Lautsprechern. Auch die übrigen Meister von Halle finden sich als vereinzelte, verunsicherte Sonderlinge mit ihrem skurrilen Hobby ...
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Von manchen außerabendländischen Ohren, aber auch von minder hochkunstmäßig geübten hiesigen, wird, so liest man, theatralisches Pathos, gehobenes Sprechen insgesamt, als eine Art von Wut, von Schimpfen empfunden. In gewisser Weise haben sich Komponisten und in der ferneren Folge auch Gesangskünstler diesen wohl in die Urmenschheit zurückreichenden,...
Neben den populären Klassikern zwischen «Carmen», «Traviata» und «La Bohème» sind Mozarts «Don Giovanni» und «Titus» – beide in Prag uraufgeführt – und die tschechische Oper Spielplan-Säulen des Narodní Divadlo, des Prager Nationaltheaters. Eine «Norma» hat es da schwer. Zumal die neue Produktion auf der Kippe stand: Daniel Dvorák, der das abstrakte Bühnenbild...
Unter den vielen Barockopern, die seit etwa dreißig Jahren auch klingend wieder entdeckt werden (Wissenschaftlern und Archivaren waren sie seit je bekannt), gehört Antonio Mazzonis «Il re pastore» zu den wirklich hörenswerten. Juan Bautista Otero hat sie mit der lebendig, pikant und blitzsauber musizierenden Real Compañía Ópera de Cámara 2006 unter dem Titel...
