Wagner für Einsteiger
Ganz schön kompliziert, dieser «Ring». All die Fabelwesen mit den drolligen Namen, all die verworrenen Geschichten vom Urschleim bis zum Weltenbrand. Und erst das, was da aus dem Orchestergraben rauscht. Tönende Signale, die ständig auf irgendwen verweisen oder an irgendwas erinnern. Da kann man als Anfänger schnell den Überblick verlieren. Wer sich einfach so in die Es-Dur-Fluten des «Rheingold» stürzt, säuft irgendwann ab.
Oder steigt schon aus, bevor das Drama Fahrt aufnimmt, der erste Tote auf den Brettern liegt und Wotan mit seiner Göttersippe über den Regenbogen nach Walhall zieht. Was Wagner in seinem unhandlichen opus magnum – aus antiken und nordischen Mythen zusammengeklaubt, in Stabreime und Zauberklänge gefasst – an vier Abenden aufrollt, ist so ungeheuerlich, so maßlos, so «vielstoffig» (Carl Dahlhaus), dass nicht nur Ahnungslose gern zu Orientierungshilfen greifen.
Einführungen gehen immer. Zumal solche, die den schweren Stoff leicht zu machen versprechen und vorgeben, ein sprachlicher Transfer ins Hier und Heute räume alle Hindernisse aus dem Weg. Meist heißt das: Nacherzählung der Handlung in angesagtem Alltags- oder Szenesprech. Stefan Kaminski etwa hat damit ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Albrecht Thiemann
Viele alte Bekannte treten auf an diesem Abend. Armida, die männerkritische Zauberin, der fesche Kreuzritter Rinaldo, Clorinda und Tancredi, die sich bekämpfen und lieben. Auch den konfusen Magier Ubaldo und Argante, den Herrscher über Jerusalem, kennen wir aus anderen Opern. Nur: Dass sie alle zusammen vorkommen samt weiteren Christen und Sarazenen, Rittern und...
Dame Janet, Sie besaßen eine fantastische Schallplattenstimme. Ist die Vermutung erlaubt, dass Ihre Stimme auch deswegen so gut aufzuzeichnen war, weil sie nicht die größte war?
Ja, das ist absolut richtig. Was eine gute Aufnahmestimme ausmacht, ist vor allem ein guter Fokus. Die Stimme braucht Klarheit. Und Technik. Ich glaube schon, dass sich jede Sängerin eine...
Puccinis Triptychon aus «Il tabarro», «Suor Angelica» und «Gianni Schicchi» ist kein «Ring des Nibelungen» mit eng verklammerten musikalischen Strukturen und dramaturgisch einheitlichem, weltdeutendem Zugriff. Musikforscher und Regisseure tun sich deshalb schwer, die unterschiedlichen Einakter überhaupt als drei Flügel eines Bildes zu begreifen – zumal auch...
