Diva ist anstrengend

Mit dem Richard Tucker Award und dem Beverly Sills Award hat sie die bestdotierten Preise für Nachwuchsstimmen in den USA gewonnen. Seit ihrer Marguerite in Meyerbeers «Huguenots» an der Pariser Oper steht die lyrische Koloratursopranistin auch in Europa hoch im Kurs. Lisette Oropesa spricht offen über den Preis, der für das ersehnte Leben auf der Bühne zu zahlen ist

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Frau Oropesa, Sie haben mit 25 das Lindemann Young Artist Development Program der Metropolitan Opera in New York abgeschlossen. Macht es das Sängerleben leichter oder schwieriger, wenn man gleich an der Met einsteigt?
Es macht es schwierig, weil man sofort schwimmen muss. Man hat keine Zeit, erst mal die Zehen ins Wasser zu strecken. Entweder du bleibst oben oder du gehst unter. Es gibt einige Leute, die daran zerbrochen sind und aufgehört haben. Auch für mich war es am Anfang hart, ich hatte zum Beispiel nicht gleich den richtigen Gesangslehrer.

Kommen Sie aus einer musikalischen Familie?
Ja, meine Mutter ist Musiklehrerin und Pianistin. Aber auch alle anderen machen irgendetwas mit Musik, wenigstens nebenher.

Schon mit 22 standen Sie auf der großen Bühne der Met, als Susanna in «Le nozze di Figaro». Wie fühlte sich das an?
Ich war das Cover, es fühlte sich verrückt an, aber ich liebe Mozart. Er ist eigentlich mein Komponist, in seiner Musik fühle ich mich einfach zu Hause. Ich wünschte nur, dass es bei ihm mehr Rollen für mich gäbe. Aber bei Mozart bevorzugen viele eine bestimmte Farbe, die – das ist jedenfalls mein Eindruck – nicht wirklich meine ist. Konstanze in der «Entführung ...

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Opernwelt August 2019
Rubrik: Interview, Seite 30
von Michael Stallknecht

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