Feierlich, statuarisch, unausgeglichen

Der Mitschnitt von Caccinis «L’Euridice» von den Innsbrucker Festwochen 2013 offenbart eine durchwachsene Besetzung

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Giulio Caccinis «L’Euridice» entstammt jenen Tagen, als die Oper noch in den Kinderschuhen steckte, ja nicht einmal ihren Namen gefunden hatte. Die Florentiner ­Camerata, ein Zirkel aus Künstlern und Gelehrten, verfolgte Ende des 16. Jahrhunderts das Ziel, Musik und Dichtung in einem szenischen Gesamtkunstwerk zu vereinen und so das Theater der Antike wiederzuerwecken. Mit der Geschichte von Orpheus und Eurydike hatte der Dichter Ottavio Rinuccini ein ideales Sujet ­gefunden.

Sie endet mit der Zusammenführung der Geliebten; die tragische Fortsetzung mit dem endgültigen Verlust Eurydikes wird ausgeblendet – schon am Anfang der Operngeschichte gibt es ein lieto fine. Das Libretto wurde gleich von zwei Komponisten vertont: Jacopo Peri und Giulio Caccini.

Ein hervorragender Anlass, die neue Kunstform einem internationalen Publikum zu präsentieren, war die Hochzeit des französischen Königs Heinrichs IV. mit Maria de’ Medici im Herbst 1600. Die Familie Medici feierte das Ereignis ausgiebig – unter anderem mit einer Aufführung von «L’Euridice», allerdings in Peris, nicht in Caccinis Version. Dafür gab Letzterer seine Komposition im Druck heraus; Peris Werk erschien erst sechs Wochen ...

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Opernwelt April 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 16
von Detmar Huchting

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