Schwebeleicht
Für jene, die jede Arie dreimal umdrehen, die alles abklopfen auf Logik und Meta-Ebenen, die mit schwerem Dramaturgenwerkzeug am sperrigen Stück schrauben, basteln und löten müssen, für die ist diese Aufführung nichts. So eine «Zauberflöte» hat das Münchner Gärtnerplatztheater außerdem gerade hinter sich. Dass das Gegenteil keine seichte Niedlichkeitsoffensive sein muss, hat dort nun Rosamund Gilmore vorgeführt. Sie nimmt die «Zauberflöte» so, wie sie ist. Alles ist bei Gilmore und in der hübschen barocken Einheitsarchitektur (Friedrich Oberle) da, wo es der Normalfan vermutet.
Die Wände links sind bemalt mit der Weltall-Welt der Königin, rechts lockt Sarastros lichte toskanische Landschaft. Kein Versuch, die Brüche zu kitten. Kein Vorsatz, die Figuren zu entblößen.
Natürlich scheint Gilmores Tanz-Vergangenheit durch. Aber statt Mozart choreografisch zu verdoppeln, passiert anderes. Kleine, tänzelnde Gesten schleichen sich ein, geben dem Abend etwas Schwebeleichtes, auch Skurriles. Als Papagenos Vogelfänger-Hit anhebt, durchzuckt’s Tamino im Rhythmus. Die drei (Mozart-)Knaben schreiten ironisch-bedeutungsvoll einher. Und die drei Damen (herrlich schräg: Sandra Moon, Sibylle Specht, ...
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