Der Weg ist das Ziel
Das Plakat – roter Schriftzug auf knallblauem Grund: «gaertnerplatztheater.de» – könnte auch ein riesiges Trostpflaster sein. Es scheint an den dreifach gestapelten Containern zu kleben und lenkt ab noch von manch anderem: vom Riesengerüstgitter, vom Kranballett und von der Grube hinterm Haus. Wer in diesen Wochen an der Baustelle vorbeikommt, dem fällt der Optimismus schwer. Es ist ja nun auch amtlich: Erst zu Beginn der Spielzeit 2016/17 wird das Münchner Gärtnerplatztheater nach einer 77-Millionen-Euro-Sanierung wiedereröffnet – wenn alles glattgeht.
Aus der Traum also von einer Geburtstagsgala in den eigenen vier Wänden, vom eingeschränkten, vorgezogenen Spielbetrieb. Am 4. November 2015 wird Münchens zweiter Musentempel 150 Jahre alt, gefeiert werden allerdings muss nun andernorts.
Den Intendanten scheint das nicht übertrieben zu betrüben. Josef E. Köpplinger, zum Beginn der Saison 2012/13 von Klagenfurt nach München geholt, hat die Improvisation zum Prinzip verfeinert. Seit zwei Jahren wird am Gärtnerplatz renoviert. Die Verwaltung residiert derweilen außerhalb des Stadtzentrums in Giesing, für die Aufführungen tingelt man von Cuvilliés- und Prinzregententheater über Reithalle ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Markus Thiel
JUBILARE
Er studierte Violine, Klavier und Komposition und wurde 1965, im Alter von 29 Jahren, an der niedersächsischen Staatsoper Hannover zum damals jüngsten Generalmusikdirektor Deutschlands ernannt. George Alexander Albrecht – jüngerer Bruder des früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, Onkel der gegenwärtigen deutschen...
Ran an die Raritäten
Erfurt macht «Sigurd» von Ernest Reyer, Osnabrück Manfred Gurlitts «Soldaten» und Oldenburg Mieczyslaw Weinbergs «Der Idiot». In Frankfurt gibt’s Antonio Cestis «L’Orontea», in Paris André Campras «Les Fêtes venitiennes» – der nächste Monat bringt Randständiges im Überfluss.
Wahn, Wahn, Wahn
Diana Damrau singt an der Bayerischen Staatsoper eine...
Siehst du nicht mein fremdes Gesicht? Siehst du die fremden Augen nicht?» Sou Chong warnt Lisa, dennoch folgt sie ihm nach China. Und muss dort erkennen, dass die schöne Idee von der glücklichen Verbindung zweier Kulturen nicht aufgeht. Ende 1929 ging es zum ersten Mal ins «Land des Lächelns». Am Berliner Metropol-Theater, zwei Wochen vor dem Schwarzen Freitag. In...
