Katharina auf der Kreml-Bühne
Russland sucht sich als Nation. Da müssen Ideen her. Einer schlug vor, mit sauberen Toiletten wäre schon viel gewonnen. Andere meinen, man brauche eine Oper mit historischem Sujet. Zum Beispiel der Popbarde Lew Leschenko. Der gewann den (einst innovativen) Regisseur Dmitri Bertman für das Vorhaben, Letzterer bat den Popkomponisten David Tuchmanow (Jahrgang 1940) um eine Partitur. Tuchmanow hatte zuvor viele Hits geschrieben, auch einen Vokalzyklus auf Gedichte von Georg Trakl, aber noch nie eine Oper. Das Libretto bastelte der Profi-Reimer Juri Rjaschenzew.
Es geht um die Liebschaften der russischen Kaiserin Katharina II. Die Titelrolle ist dreifach besetzt: mit einem Sopran (Jugend), einem Mezzosopran (Mitte des Lebens) und einem Alt (die reifen Jahre). Uraufgeführt wurde das Werk unter dem Titel «Zariza» («Die Zarin») im Juli 2009 in St. Petersburg (Alexandrinskij-Theater). Ende November ging die Oper vor 6000 Zuschauern im Großen Kremlpalast zu Moskau über die Bühne. Mit viel Pathos, aber wenig Erfolg. Das miserable Soundsystem ruinierte den (künstlerisch ohnehin bescheidenen) Eindruck von einer Musik, die zwischen Musical und Wiener Operette angesiedelt ist, und einer Show, ...
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Wo er Recht hat, hat er Recht. «Man trifft im Leben», sagt Hans Neuenfels, «wenn man Glück hat, einige Lebende, die das Leben lebenswert machen. Doch glaube ich, die Zahl der Toten ist ungleich größer.» Zu diesen beneidenswert vitalen Toten gehören für Neuenfels all jene Komponisten, deren Musik ihn umtreibt. Und um diese Musik zu verstehen, trifft er sich gern mit...
Unterschiedlicher können sie nicht sein, diese beiden Dirigenten-Leben, wie sie nun in Buchform vor uns ausgebreitet werden: hier der von Skandalen unbehelligte Georges Prêtre, dort der extravagante Leopold Stokowski, dessen Vita durchaus für einen Film getaugt hätte – das Medium, dem er so wohlwollend zugeneigt war.
Auch methodisch unterscheiden sich beide Bände....
So recht hat das Publikum des deutschen Nationaltheaters vermutlich noch immer nicht begriffen, was für eine Sensation es in den letzten Jahren miterleben durfte. Zwar verrät die Biografie im Beiheft der neuen Weimarer «Rigoletto»-Produktion, dass der Titelheld der Aufführung diese Rolle inzwischen auch an der Met, in Los Angeles und in Wien singt oder singen wird...
