Überfällig
Ob das womöglich die beste britische Oper seit Jahren sei, fragte sich eine Rezensentin von «Opera today» 2014 anlässlich der Uraufführung von Luke Bedfords Kammeroper «Through His Teeth» im Linbury Studio an Londons Covent Garden. Wie überhaupt die Kritiker Begeisterung zeigten angesichts dieses kleinen Werks, das ursprünglich nur eine Art Beiprogramm zur «Faust»-Premiere im Großen Haus hätte sein sollen. Etwas Faustisches hat die Geschichte um den psychopathischen R.
, der zu mindestens acht Frauen gleichzeitig Beziehungen unterhielt und ihnen vorgaukelte, ein Spion des MI5 zu sein, schon: «Du lieber Gott! Was so ein Mann/nicht alles, alles denken kann!»
Klaus Simon, Gründer und Leiter der Freiburger Opera Factory (vormals: Young Opera Company), befand die Partitur für kunstvoll, klug gestrickt, und brachte die Deutsche Erstaufführung auf den Weg. Tatsächlich: Bedfords Musik im Geist der Postmoderne ist gekennzeichnet von Originalität und Pragmatik. Mit ihrer die Mittel der Filmmusik aufgreifenden Erinnerungsmotivik schafft sie suggestiv musikalische Reibungen. Bedford arbeitet zum Teil mit Vierteltonintervallen, löst aber die daraus resultierenden extremen Spannungen nach ...
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Opernwelt Dezember 2016
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Alexander Dick
Gute Nachrichten aus Parma: Nach Jahren programmatisch verordneter Schmalkost ist das Verdi Festival mit dem Schiller-Triptychon seines Namenspatrons und einem «Trovatore» zu einem Format zurückgekehrt, das seinem Ruf als nationales Opernereignis endlich wieder gerecht wird. Unter der Schirmherrschaft des jungen Bürgermeisters Federico Pizzarotti machte eine...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 12
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752295
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 08.11.2016
Redaktion
Jürgen Otten, Wiebke Roloff
Albrecht...
Verdi, der «Shakespeare der Opernbühne», sei «der am schwierigsten zu inszenierende Opernkomponist», hat Sergio Morabito 2013 in einer Umfrage geäußert. Er sei «der Meister der Verdichtung (im Sinne des Weglassen-Könnens) und der Zuspitzung (damit zusammenhängend: ein Genie der Rücksichtslosigkeit seinen Interpreten gegenüber)». Seine Musik bringe «alles –...
