Plüsch, Opulenz, Fantasy

Sony bringt weitere Produktionen aus dem Fundus der Metropolitan Opera heraus

Opernwelt - Logo

In der zweiten DVD-Staffel von Aufführungen der Metropolitan Opera greift Sony in den Fundus und präsentiert Produktionen, die teilweise älter aussehen, als ihr Entstehungsdatum vermuten lässt. Das gilt insbesondere für die Inszenierungen von Franco Zeffirelli, dem Verfechter eines traditionellen und kulinarischen Musiktheaters, das hier im Falle von «Otello» und dem veristischen Doppel «Cavalleria/Pagliacci» bereits antiquiert wirkt.

Tatsächlich stammen beide Produktionen noch aus den letzten Jahren der Ära Rudolf Bings, wurden vom Assistenten Fabrizio Melano wohl mehr verwaltet als wirklich aufgefrischt. Es entsteht der Eindruck zwar prominent besetzter, aber nur wenig inspirierter Repertoire-Vorstellungen.

Das Drama «Otello» droht im Prunk der Ausstattung, insbesondere der Kostüme, unterzugehen. Das ist schade, denn mit Jon Vickers, Cornell McNeil und Renata Scotto stand die damals bestmögliche Besetzung zur Verfügung, da alle drei Sänger auch großartige Schauspieler sein konnten. Am besten setzt sich die Scotto gegen den Breitwandstil durch, den auch der junge James Levine am Pult kultiviert. Ihre Desdemona nimmt vom ersten Auftritt an durch einen ungewöhnlichen Reichtum an ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 29
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
Infos

Meldungen

Als Auszeichnung für sein Lebenswerk erhält der österreichische Komponist Friedrich Cerha den mit 200 000 Euro dotierten internationalen Ernst-von-Siemens-Musikpreis, der seit 1974 als inoffizieller Nobelpreis der klassischen Musik gilt und in den vergangenen Jahren u. a. an Aribert Reimann, Michael Gielen und Klaus Huber verliehen wurde. Die Jury der...

Russische Passion

Fangen wir an mit den Farben. Mit dem Rot, Gelb und Blau, dem Weiß, Schwarz und Grau der bühnengroßen Prospekte, die hinten auf- und niederfahren. Unentwegt verändern die riesigen Leinwände ihre Anmutung, in sanft fließender Bewegung. Strahlen wie die Sonne, glühen wie Höllenfeuer, werden dunkel wie die Nacht, grünen wie der Frühling. Metamorphosen des Lichts, die...

Unterm roten Stern

Iossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, besser bekannt und gefürchtet als Stalin, der «Stählerne», hatte ein zu kurzes Bein. Ein «teuflischer» Defekt, den er gut zu verbergen wusste. Auch wir wussten nichts davon, ehe Stephen Lawless uns im Programmheft darüber aufklärte. Denn der Regisseur des Doppelabends mit Tschaikowskys «Iolanta» und Rachmaninows «Francesca da...