Frühling, Winter, Sommer
Wie war das noch mal in Philipp Himmelmanns Baden-Badener «Così fan tutte»-Inszenierung? Da stand Despina in der ersten Szene unter einem blühenden Baum – und pflückte einen Apfel. Mitten im Frühling lockten Versuchung und Erkenntnis zugleich – und gerade dort verortete der Regisseur die letzte der drei Da-Ponte-Opern. Der kleine Zyklus sollte folgerichtig im Sommer fortgesetzt werden. Dem hatte Himmelmann «Le nozze di Figaro» zugedacht. Auf das jugendlich-pubertäre Spiel mit der Liebe sollte das noch zynischere des verheirateten Grafen folgen. Ein Ansatz.
Doch jetzt kommt die Primadonna assoluta ins Spiel. Und die verlangte eine andere Dramaturgie. Denn Anna Netrebko wollte sich mit der Partie der Gräfin nicht so recht anfreunden. So musste es zu den Pfingstfestspielen 2013 «Don Giovanni» sein, womit Himmelmanns Kreislauf der Jahreszeiten unterbrochen war.
Sieht man einmal davon ab, dass Star-Sänger im 18. und 19. Jahrhundert in ganz anderer Weise Macht über Komponisten hatten, worauf diese oft ganz pragmatisch reagierten, was das Beispiel der Prager und Wiener Fassung des «Don Giovanni» mit den veränderten Tenorarien zeigt, so bleibt unterm Strich doch eine andere Erkenntnis: ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Alexander Dick
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