Musikalisches Wunderland
Wenn die Musikwelt heute von Venezuela spricht, ist in der Regel von einem Dorado der Nachwuchsförderung die Rede. Das Nationale Jugendorchester des Landes spielt unter dem venezolanischen Stardirigenten Gustavo Dudamel für die Deutsche Grammophon Beethoven ein, und die Riege prominenter Gastdirigenten, die inzwischen mit den jungen Musikern gearbeitet haben, reicht von Claudio Abbado über Zubin Mehta bis zu Simon Rattle. Jetzt soll auch für die singenden Talente ein Ausbildungsforum geschaffen werden.
Das Pilotprojekt für die avisierte neue Opernakademie wurde kürzlich in Caracas aus der Taufe gehoben – von keiner Geringeren als Mirella Freni.
«Eines Tages rief mich Claudio Abbado an und erklärte mir den humanitären Hintergrund des Musikerziehungssystems in Venezuela. Erst da habe ich begriffen, worum es eigentlich ging», sagt Mirella Freni während einer Pause der ersten Meisterklasse, die sie in Caracas gibt. «Ich bin froh, dass ich hierher gekommen bin. Das Ganze ist faszinierend und sehr bewegend.»
Claudio Abbado gehört schon seit einiger Zeit zu den leidenschaftlichen Unterstützern jenes einzigartigen Ausbildungssystems, das vor dreißig Jahren von dem Wirtschaftsexperten und ...
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Unter allen Opern, die Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal in Angriff genommen haben, ist «Die Frau ohne Schatten» die ehrgeizigste: Es ging um nicht weniger als den aus der Zeitpsyche zu begreifenden Ehrgeiz, mit der Übergipfelung der «Zauberflöte» existenzielle Fragen (Menschwerdung, soziale Verantwortung und Sorge um die Nachkommen) in einem...
Mirella Freni, Margaret Price, Renata Tebaldi und, natürlich, Magda Olivero – nahezu untrennbar ist «Adriana Lecouvreur» mit den großen Sängerinnen des Jahrhunderts verknüpft. Francesco Cileas Schauspielerinnentragödie ist das Divenstück par excellence, und wenn ein Theater die «Adriana» auf den Spielplan setzt, dann eigentlich nur, weil es damit einer Primadonna...
Eine Repertoire-Vorstellung. Dennoch lautstarker Beifall. Nun ist bei Hans-Jürgen Schöpflin von einer ganz und gar erfüllten Darstellung des Gustav Aschenbach zu sprechen. Sicher auch einer etwas untypischen, denn sein Aschenbach hadert nicht mit der Last des Alters, steht noch in besten Mannesjahren, was die «gesunde» Belcanto-Manier des Sängers unterstreicht....
