Dante lässt grüßen
Puccini mochte es gar nicht, wenn die drei Einakter seines «Trittico» auseinandergerissen und mit Stücken anderer Komponisten gekoppelt wurden. Die Met trieb dieses Spiel zu besonders aparten Kombinationen und spielte jahrelang «Gianni Schicchi» als Aufwärmer vor «Salome». Doch so berechtigt der Hinweis auf die dramaturgische Einheit des «Trittico» ist: Es wächst keineswegs automatisch oder gar zwingend zusammen, was zusammen gehört.
Schwachpunkt bleibt der erste Teil von «Suor Angelica», in dem Puccini das Klosterleben mit zwar sparsamen, aber doch bieder-affirmativen Farben klanglich auspinselt. Während «Il tabarro» durch bemühten Realismus mit dem Verismo liebäugelt, erreicht «Gianni Schicchi» ganz andere ästhetische Qualität: Dort und nur dort weist Puccini mit rhythmischen Knoten, pointiert ausgestellten Dissonanzen und grotesk gespreizten Intervallen in die musikalische Zukunft (Strawinsky, Busoni).
Modestas Pitrenas, der 35 Jahre junge Chefdirigent der Oper von Riga, kitzelt die Stilkontraste des «Trittico» penibel heraus. Es ist seine zweite Einstudierung, und er hat sie hörbar detailfreudig vorbereitet. Den «Gianni Schicchi» treibt er in gleißende Helle, meißelt präzise ...
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