Zwischen den Welten
Auch wenn es schwer vorstellbar ist: Es gab einmal eine Zeit, in der die Opern Janáceks außerhalb seiner Heimat nur wenig bekannt waren. Für die Opern von Mieczysław Weinberg gilt heute weitestgehend dasselbe. Gleichwohl dürfte sich dies mit den Produktionen von «Die Passagierin» und «Das Porträt» bei den diesjährigen Bregenzer Festspielen ändern. Weinbergs wichtigstes Bühnenwerk, die Auschwitz-Oper «Die Passagierin», wird noch in diesem Jahr auch in Warschau (Teatr Wielki), 2011 in London (English National Opera) und 2012 in Madrid (Teatro Real) zu sehen sein.
Das auf Gogol basierende «Porträt» wird nach Kaiserslautern (Pfalztheater) übernommen. Weitere Häuser zeigen bereits Interesse.
Laut Werkverzeichnis gibt es sieben Opern von Weinberg. Lässt man eine Operette unberücksichtigt, die lediglich nominell eine Oper ist, sind es sechs; zählt man indes diese sowie eine weitere Operette hinzu, so kommt man auf acht. Zwei dieser Bühnenwerke wurden zu Lebzeiten des Komponisten nie aufgeführt: zum einen die auf den Erfahrungen von Auschwitz basierende «Passagierin» (1967/68), die nach Auffassung von Weinbergs Freund und Mentor Schostakowitsch mit gutem Grund als dessen bedeutendstes Werk ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2010
Rubrik: Thema, Seite 38
von David Fanning, Sofia Gubaidulina, Krzysztof Meyer
Müsste «Der ferne Klang» nicht die Oper aller Opern sein? Bereits Franz Schrekers Titel signalisert die nicht auseinanderdividierbare Identität von Inhalt und Ausdrucksmittel. Im Zentrum steht die lebenslange Suche des Komponisten Fritz nach dem Klang an sich. Also: Musik über Musik, eine Oper über eine Oper, die nämlich, an der Fritz im Finalakt letztlich...
Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wer die übelsten Ausgeburten des Opernunsinns diskutiert, landet schnurstracks bei Webers «Euryanthe». Was die unglückselige Helmina von Chézy da zusammendichtete, ist der Libretto-GAU par excellence, der größte anzunehmende Unfall. Wie die engelgleiche Titelheldin von dem Intrigantenduo Eglantine/Lysiart aufs...
Wenn es eines Beweises bedurfte, dass das Bühnenbild die Regie beherrschen oder sogar depotenzieren kann, so hätte die neue Hamburger «Aida» diesen Beweis erbracht. Johannes Leiacker, in Hamburg bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Peter Konwitschny («Don Carlos», «Die Meistersinger» und «Moses und Aron»), situiert das Geschehen in einen klinisch-kalten, ständig...
