Zangengeburt
Als man sich im Teatro Colón auf die argentinische Erstaufführung von Alexander Zemlinskys «König Kandaules» vorbereitete, wurde das Haus von Streiks erschüttert (siehe OW 11/2005). Dann schien sich die Lage beruhigt zu haben: Das Colón brachte ohne nennenswerte Probleme eine Wiederaufnahme der auf einem García-Lorca-Stück basierenden Oper «La zapatera prodigiosa» («Die wundersame Schustersfrau») des argentinischen Komponisten José Castro heraus.
Doch als die Proben für Richard Strauss’ «Capriccio» gerade begannen, drohte erneut Ungemach: Eine kleine Gruppe brach den fragilen Frieden, indem sie die Vorarbeiten für dieses Projekt systematisch behinderte – und so ein Machtwort der Aufsicht führenden Behörden provozierte. Der Kulturminister verfügte die Schließung des Hauses, bis eine verbindliche, einen reibungslosen Betriebsablauf gewährleistende Einigung mit den Gewerkschaften erzielt sei. Nach dreiundzwanzig Tagen war dieses Ziel erreicht, das Teatro Colón konnte seine Pforten wieder öffnen. Die unfreiwillige Auszeit machte erhebliche Umstellungen im Spielplan erforderlich: Die «Capriccio»-Premiere musste um einen Monat verschoben und eine Neuproduktion von Puccinis «Turandot» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Abend lebt von Violetta. Die junge Sizilianerin Adriana D’Amato ist keine, die sich erst im Jenseits den Schlaf aus den Augen reibt wie «Lulu», kein hart ins Leben gestoßenes, Liebe mit großen Augen erlebendes Kind, als das Franco Zeffirelli die Kurtisane der Jubiläums-«Traviata» vor drei Jahren im Teatro Verdi in Busseto mit D’Amatos Landsfrau Stefania...
Gilda ist tot, der Vater – Rigoletto – in Schmerz erstarrt, das Publikum tief ergriffen, doch auf die Basler Opernbühne kehrt allzu schnell die Realität wieder zurück: 3,5 Millionen Franken soll das Dreispartenhaus ab der kommenden Spielzeit unter seinem neuen Intendanten Georges Delnon jährlich einsparen; eine Summe, die das Theater substanziell gefährden würde,...
Die Werkgeschichte von Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» nach dem Roman von Grimmelshausen ist nicht ganz unkompliziert: Dem Werk von 1935/36 fügte Hartmann 1939 noch eine ausgedehnte Ouvertüre hinzu. Aber erst 1948 konnte unter dem ursprünglichen Titel «Des Simplicius Simplicissimus Jugend» im Bayerischen Rundfunk die konzertante Uraufführung...
