Gemischte Gefühle
Auf den großen Wurf mussten die Salzburger Pfingstfestspiele lange warten. Zwar kamen durchaus namhafte Ensembles und Solisten, doch gaben sie meist genau das zum Besten, was sie ohnehin gerade parat hatten; nur wenige Novitäten fanden den Weg an die Salzach. Insofern war die Idee des neuen Intendanten Jürgen Flimm plausibel, Riccardo Muti eine Carte blanche zu geben, ihn fünf Jahre lang schalten und walten zu lassen. Muti erklärte daraufhin, man wolle den Geist Neapels atmen – in Form von raren Opern, Oratorien und Konzertstücken vorwiegend aus dem goldenen Settecento.
Die ersten Muti-Festspiele im vergangenen Jahr wurden nicht nur ein großer Publikumserfolg, sondern brachten tatsächlich einige neue alte Töne. Konzertchef Markus Hinterhäuser bot ein klug durchdachtes Programm jenseits der Cimarosa-Ausgrabung «Il ritorno di Don Calandrino». Leider geriet just diese Oper zum Problem, denn Mutis Recherchen in den Archiven brachten ein Werk ans Licht, das weder musikalisch noch dramaturgisch (und ebenso wenig in der biederen Inszenierung Ruggero Cappuccios) überzeugen konnte.
Auch die zweite Ausgabe der pfingstlichen Erweckung neapolitanischer Klänge hinterlässt einen eher ...
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