Editorial Juli

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Seit dem 4. Juni ist es amtlich. Alexander Pereira, im zweiten Jahr Zirkusdirektor der Salzburger Festspiele, wird 2015 an die Mailänder Scala wechseln. «Er ist unserer Ansicht nach der beste Mann, um unser Juwel zu verwerten», erklärte der Bürgermeister und Scala-Präsident Giuliano Pisapia nach einem einstimmigen Votum des Verwaltungsrates. Die Wortwahl beschreibt exakt, was sich die Politik verspricht: Der ehemalige Olivetti-Manager soll dafür sorgen, dass der Traditionsladen brummt und die Kasse klingelt. Wie er das macht und was auf der Bühne läuft, ist dabei ziemlich egal.

Hauptsache, La Scala bleibt eine erste Adresse für Stars und Sponsoren, Glanz und Glamour – nicht nur am Abend der Inaugurazione.

So gesehen, ist Pereira die richtige Wahl. In Salzburg und Zürich hat er vorgeführt, wie man Kunst mit Kommerz verkuppelt und Musen mit Marketing. Dass ihn ästhetische Positionen und programmatische Linien weniger interessieren, liegt in der Logik der von ihm vertretenen Sache. Stéphane Lissner, der 2015 an die Opéra national de Paris geht, war vor neun Jahren an die Scala berufen worden, um einen «Neuanfang» zu organisieren. Was er dem Haus beschert hat, sind vor allem Projekte, ...

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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

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