Angie schützt die Ehe

Antwerpen/Gent, Wagner: Die Walküre

Opernwelt - Logo

Die Vlaamse Opera hat sich das Ziel nicht nur eines modernen, sondern eines zeitgemäßen «Rings» gesetzt. Und das laut Jahresprogramm gleich in dreierlei Hinsicht. Einmal in der Regie von Ivo van Hove, dann durch das Engagement schlanker, junger Stimmen, schließlich mit einem analytisch-entschlackten Orchesterklang. Zumindest hinsichtlich der ersten beiden Punkte ist das in der «Walküre» gelungen. Man darf sich den ersten Tag dieses «Rings» nicht als irgendeine Theaterproduktion vorstellen: Auch für das Doppelinstitut Antwerpen/Gent ist 2006/07 eine Saison angespannter Finanzen.

Das Antwerpener Haus feiert sein hundertjähriges Bestehen – und hat noch die Pforten geschlossen, um die Bühnentechnik, Werkstätten und Bestuhlung zu sanieren. Gleichzeitig wurde der öffentliche Zuschuss dezimiert. Regieteams und Besetzungen der Opernproduktionen sprechen dafür, dass die Qualität vorerst nicht leiden wird. Vieles wird dem schmaler gewordenen Budget durch Kooperationen (von den Schwetzinger Festspielen bis zur Mailänder Scala) abgetrotzt. Ein zentraler Punkt des Spielplans ist die konsequente Hinwendung zu jüngerem Publikum: Eine ganz auf Kinder und Jugendliche zugeschnittenen «Zauberflöte» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2007
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Editorial

Ist es Ihnen auch schon oft so gegangen? Man sitzt in einer Aufführung, in der laut Programmzettel deutsch gesungen wird. Trotzdem versteht man kein Wort. Das kann selbst dann passieren, wenn ein Haus sich bewusst für eine deutsche Übersetzung, etwa bei Mozart oder Monteverdi, entschieden hat. Umgekehrt kommen Italiener, die in deutschen Opernhäusern Puccini in...

Dekorative Arrangements

Die Klage «Manca la diva» kann man heute nur noch selten erheben, wenn es um Aufführungen des romantischen Belcanto-Repertoires geht, und auch die Tenöre singen technisch und stilistisch meist kompetenter als ihre Vorgänger vor einem halben Jahrhundert. Doch die Frage, wie man den Werken szenisch adäquat beikommt, ohne den Primat des Gesangs anzutasten, wird in den...

Design bestimmt das Bewusstsein

Grotesk, wie Intendant Alexander Pereira in seiner Loge eks­tatisch mitdirigierte und stumm mitsang – den Mund weiter aufgesperrt als Tamino während der «Bildnis»-Arie. Lippen-Karaoke vom Chef indes konnte an diesem Abend nicht wettmachen, dass Martin Kusej an Mozarts komplizierten Einfachheiten viel anzumerken hatte. Und dass doch, wieder einmal, ein...