Im Aufschwung
Die Stadt der Brauereien am Rand des Reviers, die in die nichtindustriell geprägte Landschaft Westfalens hineinlappt – sie besitzt ein Theater mit Geschichte. Vor einhundert Jahren wurde es eröffnet. Seit 1887 gibt es bereits das Philharmonische Orchester. Hier arbeiteten so namhafte Dirigenten wie Wilhelm Schüchter, Hans Wallat, Klaus Weise oder Marek Janowski. Die gesamte Saison 2004/05 steht folglich im Zeichen des Jubiläums. Opernchefin Christine Mielitz will die Geburtstagsspielzeit nutzen, um verlorene Schäfchen zurückzugewinnen.
Die letzten Jahre der Ära John Dew und die darauf folgende Interimsphase hatten einige Negativspuren hinterlassen. Inzwischen sind die Auslastungszahlen wieder auf deutlich über siebzig Prozent gestiegen, auch das allgemeine Interesse an dem Theater, dessen Sparten seit 1999 getrennt verantwortet werden, weist endlich wieder nach oben. Wie Mielitz das Publikum derzeit auf ihre Seite bringen möchte und damit zur Stabilisierung des Hauses beizutragen hofft, sei am Beispiel dreier unterschiedlich erfolgreicher Inszenierungen dargestellt.
«Wenn man servieren kann, frisst die Menschheit alles.»
Erster Fall: «Fidelio». Beethovens «Schmerzenskind» wird ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Hier geht wirklich alles drunter und drüber. Menschen werden zu Puppen, Ausstellungsstücke zu Menschen, die Welt steht Kopf. Alles ein Traum. Soll so sein? Nicht E. T. A. Hoffmann ziert das Programm dieses Abends, sondern das Tandem Strauss-Hofmannsthal. Der Strauss-Zyklus des Essener Aalto-Theaters ist nun beim «Rosenkavalier» angekommen, und der überreicht seine...
Peter Sellars, das Enfant terrible, Peter Sellars, der Provokateur: Lang ist’s her. Der amerikanische Regisseur, der in den achtziger Jahren mit seinen Inszenierungen von «Don Giovanni», «Così fan tutte» und «Le nozze di Figaro» verstörte, polarisierte, faszinierte und international berühmt wurde, agiert heute eher aus dem Hintergrund. Es ist stiller um ihn...
Herr Wieler, Herr Morabito, wie kamen Sie eigentlich zu dieser Jugendoper Mozarts?
Wieler: Ich kannte das Stück noch nicht, als ich für die Amsterdamer Produktion eingeladen wurde, obwohl wir in Stuttgart den «Titus» schon inszeniert hatten. Damals hatte ich noch etwas Angst vor dem Operngenre. Ich dachte lange, dass ich nie eine Oper inszenieren könne, aber...
