Verspielt

Verdi: Un ballo in maschera
Darmstadt | Staatstheater

Opernwelt - Logo

Also schön, spielen wir das Spiel vom Tod. Tun wir so, als ob die Musik zu ihrem Recht käme und der Verschwörerwille an sein Ziel: den Herrscher zu stürzen, wie auch immer es geschehe. Geben wir ihnen, wonach ihr Sinn begehrt, führen wir sie aufs Glatteis ihrer Wahrnehmung, legen wir, hämisch grinsend, ihre tiefsten Wünsche frei ...

Es ist die Perfidie in Vollendung, mit der Gustavo III.

, der heldisch-emphatisch, im Passaggio leicht krächzende Timothy Richards, und sein engster Vertrauter Oscar (sehr agil, darstellerisch etwas outriert: Cathrin Lange) das historisch verbürgte Ende des schwedischen Königs Gustav III. «inszenieren». Leblos liegt der Körper auf steinernem Sockel, die Totenmaske schon auf dem Gesicht. Oscar, der für Gustavo das ist, was Jago für Otello war, mimt Bestürzung, das Volk steht starr im Angesicht des schlimmen Bildes. Doch plötzlich regt sich erst eine Hand, schließlich der ganze Mann; wie frischgeboren springt er lachend vom Totenbett hinunter: War alles nur Spaß, es gibt viel zu tun, packen wir’s an, der Tod kann noch ein bisschen warten. Musik!

Nicht nur in diesem schwarzhumorigen Beginn, der von Jan Croonenbroeck und dem Staatsorchester Darmstadt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Personalien | Meldungen Februar 2019

JUBILARE

Dietrich W. Hilsdorf studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main. Danach folgten Regieassistenzen, u. a. bei Hans Neuenfels. Seit 1978 erarbeitete der gebürtige Darmstädter zahlreiche Inszenierungen in den Bereichen Theater, Oper und Musical. Anfang der 1980er-Jahre wandte sich Hilsdorf verstärkt dem...

Laboratorium der Gefühle

Er hat es geschafft, wieder einmal. In einem unmöglichen, halb verunglückten, krausen Kunstwerk den zeitlos gültigen Kern freizulegen. Zu jenen verborgenen Kräften vorzudringen, die von Anbeginn die menschliche Existenz befeuern – im Guten wie im Schlechten. Liebe und Hass, mit allen Zwischentönen – das ist das große, nie erledigte Thema, dem sich Christof Loy...

Tierisch gut

Was für eine charmante Idee: Die Sopranistin Sophie Karthäuser denkt Camille Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere» ins Kunstlied-Genre weiter und lädt zum «Bal des animaux». Zu diesem Fest versammelt sich ein exquisites Bestiarium, in Vertonungen von 14 verschiedenen französischen Komponisten des 19. und 20 Jahrhunderts – wobei Reynaldo Hahn der passendste unter ihnen...