Keine Angst vor Höhenflügen
Sie wollte immer schon Sopran werden und war sehr traurig, dass es «nur» zum Mezzo gereicht hat. Die internationalen Erfolge, die sie über ein Jahrzehnt im tieferen Stimmfach hatte, konnten Violeta Urmana nicht über das Gefühl hinwegtrösten, das eigentliche Ziel verfehlt zu haben. Unterdessen trennte sie sich nach und nach von typischen Mezzo-Partien wie Azucena, Waltraute, zuletzt Eboli und nahm gleichzeitig Sopranrollen in ihr Repertoire auf.
Wir treffen uns im Januar zwischen zwei «Tosca»-Vorstellungen in der Deutschen Oper Berlin zu einem ausführlichen Gespräch über neue Rollen und berufliche Perspektiven, das die Sängerin natürlich, spontan und unkompliziert wie eh und je bestreitet. Sie ist selbstbewusst, aber ohne Allüren, und wirkt insgesamt wie ein Mensch, der mit sich und der Welt im Reinen ist. Grund genug dazu hat sie. Denn zu dem anhaltenden beruflichen Erfolg auch im neuen Fach gesellt sich privates Glück. Seit letztem Sommer ist sie mit dem italienischen Tenor Alfredo Nigro (30) verheiratet, der auch bei unserem Gespräch dabei ist.
Frau Urmana, Sie sind jetzt ganz und gar im Sopranfach angekommen. Haben Sie systematisch auf diesen Fachwechsel hingearbeitet?
Nein. Wie ...
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