Furchtbare Frauen
Die Zeiten sind vorüber, in denen Asiens große Festivals reine Import-Betriebe für Klassik aus dem Westen waren. In Singapur ist diese Tendenz derzeit besonders deutlich zu besichtigen. Stolz ausgestattete Museen feiern die eigene Geschichte, multimedial aufgedonnerte Ausstellungen begeben sich auf die Suche nach der eigenen Identität, und auch das Singapore Arts Festival entdeckt die asiatische Seele – indem sie Chinesische Oper zeigt. Dabei fällt ein merkwürdiger Widerspruch ins Auge.
Einerseits nämlich beklagen die jungen Künstler des «Toy Factory Theatre» den traurigen Niedergang einer hoch entwickelten Kunstform, andererseits drängt sich gerade jugendliches Publikum zur Premiere ins Victoria Theatre.
In mehr als dreihundert verschiedenen Formen der Chinesischen Oper zeigt sich eine ungeheuer diffizile und differenzierte Formensprache nicht nur der männlichen Sänger, sondern auch der virtuosen Akrobaten, die wesentlicher Teil des Spiels sind. Dennoch fristet die Kunstform als Touristen-Attraktion ein tristes Dasein: Peking-Ente und Chinesen-Oper nebenbei, das ist wohlfeiles Kulturprogramm vieler China-Reisen. Der malayische Komponist Saidah Rastam hat deshalb einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Opernhaus, das mehr als hundert Musiker sein Eigen nennt, greift gern zu Werken, die den vollen Klangapparat fordern. Auch die Dirigenten möchten von Zeit zu Zeit einmal als musikalische Feldherren vor dem Orchester stehen. Dann setzen sie bevorzugt Werke von Richard Strauss an. So wie jetzt in Paris und Brüssel. An der Bastille-Oper dirigierte Christoph von...
Wer hatte die Idee, Yehoshuas Roman in eine Oper aufzufalten?
M. A.: Hanna Munitz. Wir suchten für unser Jubiläum einen Stoff mit einem typisch israelischen Thema. Die Auftragswerke davor [«A Quest for Polyphony» von Richard Farber (1987), «Joseph» von Joseph Tal (1995), «My Dearest Son» von Haim Permount (2000) und «Alpha and Omega» von Gil Shohat (2001)] waren...
Zu seinen Lebzeiten war das Teatro La Fenice Richard Strauss sehr zugetan. Man spielte schon kurz nach den Uraufführungen «Die Frau ohne Schatten», «Elektra», «Salome» und «Rosenkavalier». Das ganze 20. Jahrhundert über war Strauss’ Musik in Venedig präsent wie das Werk keines anderen deutschen Komponisten – ausgenommen die Opern Richard Wagners. In dieser...
