Bloß keine Langeweile
Mister Turnage, Sie haben vor rund zehn Jahren einen kurzen Beitrag für «Opera» geschrieben...
Wirklich? Daran kann ich mich gar nicht erinnern...
Die «Erzähl»-Oper, hieß es da, sei ein Auslaufmodell, eine Sackgasse. Viele dachten damals, «The Silver Tassie» nach Sean O’Casey sei die letzte Turnage-Oper. Jetzt haben Sie es doch wieder gemacht...
Das ist schon verrückt (lacht). Ich konnte mir lange nicht vorstellen, noch mal eine Oper zu schreiben. Geschweige denn eine, die eine Geschichte erzählt. Mit klar definierten Figuren, großem Chor und Orchester.
Mich interessierten offene Formen, eine spielerische Befragung traditioneller Muster und Techniken. Mir schwebte etwas vor, was ich in «Rosa» von Louis Andriessen und Peter Greenaway fand – ein Stück mit magisch wucherndem Plot und aufregender Musik, fantastisch, surreal, reflektiert und doch absolut zugänglich. Leider sind mir nie die richtigen Partner für ein solches Projekt über den Weg gelaufen.
«Anna Nicole» ist eine klassische «Erzähl»-Oper...
Zuerst wollten wir den Stoff stärker auffächern und verfremden. Zum Beispiel sollte ein altes Ehepaar aus dem Publikum heraus die Vorgänge auf der Bühne kommentieren. Der Mann sollte am ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Albrecht Thiemann
Die Opera North ist inzwischen die einzige britische Kompanie außerhalb Londons, die es richtig macht: Sie hat zwar kein eigenes Ensemble, besetzt die Rollen jedoch aus einem Pool von Künstlern, die dem Publikum bekannt sind. Außerdem hat sie ein breit gefächertes Repertoire inklusive neuer Werke auf dem Spielplan und verpflichtet größtenteils anerkannte...
Als «das größte gesellschaftliche Ereignis seit der englischen Krönung» wurde die Wiedereröffnung der im Krieg zerstörten Wiener Staatsoper von Publikum und Presse wahrgenommen. Prominenz aus aller Welt war angereist, und das noch in den Kinderschuhen steckende Fernsehen übertrug live, als am 5. November 1955 im neu aufgebauten Theater der Vorhang zum «Fidelio»...
Längst hat die Musikwissenschaft das Musiktheater der Gegenwart als lohnendes Forschungsobjekt entdeckt. Das umfangreiche Buch von Claudia di Luzio ist schon die zweite Dissertation zu den Bühnenwerken von Luciano Berio (nach Ute Brüdermann, «Das Musiktheater von Luciano Berio», Frankfurt/M., Peter Lang 2007). Beide Autorinnen haben wesentlich dieselben Quellen...
