Markenzeichen Wagner

Albrecht Thiemann über «Siegfried» in Valencia und Riga

Opernwelt - Logo

Wagner, der alte Verführer und Menschenfänger. Ungebrochen entfaltet er seine Wirkung. Mit dem Rausch seiner megalomanen Dramen. Mit der Droge seiner unendlichen Melodien. Mit dem schaurig-schönen Appeal seiner voll­tönenden Apokalypsen. Das Gespenst seines Genies geht um, wo immer Oper und Musiktheater gemacht wird. Und das seit mehr als hundert Jahren. Bayreuth ist überall. Wenn ein Haus zeigen will, was es drauf hat, wenn es alle Reserven mobilisieren und die Welt in Staunen versetzen will, nimmt es sich Wagner vor. Am besten gleich den ganzen «Ring».

Eine Aufführung der Tetralogie, zumal aus eigener Kraft gestemmt, gilt auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch als die bedeutendste Trophäe, die ein Intendantenleben bietet. Vom kleinen (Landes-)Theater zu Detmold über Antwerpen, Freiburg und Weimar (siehe Panorama) bis zum Palast der Künste in Budapest (wo Adam Fischer den Wagner-Stab führt [siehe Seite 36]), vom Grand Théâtre du Provence in Aix (wo Simon Rattle Funken schlägt [siehe Seite 20]) bis zur Met in New York (wo sich bald Robert Lepage mit Glanz und Elend von Walhall beschäftigt): Wer auf sich hält, schickt über kurz oder lang Wotan, Siegfried & Co. auf die Bühne.
Erst ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Jenseits von Afrika und China

Unter den nordamerikanischen Festivals, die das ganze Spektrum der Künste ins Visier nehmen, ist Spoleto zweifellos die ers­te Adresse. Und in diesem Jahr zudem ein Ort, der auf zeitgenössische Oper setzt – und ganz nebenbei die Flexibilität der Gattung unterstreicht.
Publikumsrenner der zweiunddreißigs­ten Saison war «Monkey: Journey to the West», ein von...

Kein neuer Mozart...

Es kann Entwarnung gegeben werden: Mit «Demofoonte» wurde keine neue Mozart-Oper entdeckt. Stattdessen fiel der Kölner Musikjournalistin Sabine Radermacher die bekannte Tatsache auf, dass unter den Konzertarien des Salzburger Meisters keine Textquelle so stark vertreten ist, wie Metastasios Wiener dramma per musica aus dem Jahr  1733. Nicht weniger als sechs Arien...

Große Liebe, gute Musik

Das Klima macht krank, die Kriminalitätsrate ist hoch, drinnen duftet es diskret nach Schimmel, draußen fällt tropenschnell wie ein nasses Tuch die Dunkelheit, Riesenfledermäuse fliegen ums Haus. Und wenn Wolfgang Ebert, erster Solohornist der Amazonas Filarmônica, am Sonntag seine Freundin mit Familie ausführen will, ist der attraktivste Ort, den er sich in der...