Stimmenfest
Wer der notorischen Händel-Renaissance auf den deutschen Bühnen etwas entgegensetzen will, bekommt vom Plattenmarkt eine gute Vorlage: Besonders das französische Label Naïve hat sich um die Wiederbelebung des italienischen Barockmeisters Antonio Vivaldi verdient gemacht und hochgelobte Gesamtaufnahmen vorgelegt, Sängerinnen wie Cecilia Bartoli oder Simone Kermes haben mit aufsehenerregenden Solo-Recitals nachgezogen.
Ganz am Anfang dieser Wiederentdeckung stand eine Vivaldi-Oper, die sich sehr schnell einen neuen Namen machen konnte: seine Vertonung des «Rasenden Rolands» mit allem, was barockes Zaubertheater braucht und hergibt im Liebesgetümmel auf Alcinas Zauberinsel. Ein starker Titelheld inklusive Wahnsinnsarie dazu – fertig ist das schmackhafte Heldenepos mit hinreißender Musik.
Nur wenige Wochen vor der Premiere des Bonner «Orlando» ist die Regisseurin Aurelia Eggers für einen erkrankten Kollegen eingesprungen – herausgekommen ist trotzdem kein Notbehelf. Die Regisseurin tut ihr Möglichstes, um die Irrungen und Wirrungen im Spiel der Figuren so klar als möglich auszustellen. Das ist handwerklich seriös gelöst – und in vielen Momenten pointiert gelungen. Verdient herzlichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist nicht unbedingt ein gutes Zeichen für den Kulturbetrieb, dass die Debatten um die großen Institutionen primär den Namen gelten. Aus der Sache heraus wird selten argumentiert. Stattdessen erhält die obligate Frage: Wer wird’s? immer mehr Gewicht. Noch bei der Soap Opera um die Bayreuth-Nachfolge konnte man sich kaum des Eindrucks erwehren, dass es nicht in...
Frau Netrebko, Sie sind inzwischen Mutter und leben in Wien. Könnten wir uns auch auf Deutsch unterhalten?
Vielleicht besser nicht (lacht). Sprachen sind meine schwache Seite. Ich versuche ja, was ich kann. Und auf dem neuen Album habe ich es vielleicht beinahe übertrieben. Es sind zehn Sprachen, die ich dort singe. In Wirklichkeit sind Sprachen das Schwierigste,...
Doch. Man wird bei Laura Scozzis Neuinszenierung von «Benvenuto Cellini» drei Stunden lang gut, teilweise sogar blendend unterhalten. Aber nach der mit Spannung erwarteten ersten Opernpremiere des neuen Staatsintendanten Peter Theiler vermag ich dennoch nicht in Jubel auszubrechen. Denn der Abend war zwar kurzweilig und in sich stimmig, er bot zum Teil großartige...
