Späte Rehabilitierung

Moskau, Bolschoi Theater, Berg: Wozzeck

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Bergs «Wozzeck» wurde in Russland bisher nur ein einziges Mal inszeniert – 1927 in Leningrad. Es handelte sich um die zweite Auslandsproduktion nach der Uraufführung (die erste war damals in Prag zu sehen). Seitdem kursiert in Russland das Märchen von den unüberwindlichen Schwierigkeiten des Werks. Die Initiative zum ersten neuen Versuch nach mehr als acht Jahrzehnten ging von Dmitri Tcherniakov aus. Der Regisseur hatte im Bolschoi Theater nach seiner triumphalen «Eugen Onegin»-Deutung eine Carte blanche. Und die setzte er auf Berg.

In dem jungen griechischen Dirigenten Teodor Currentzis, Musikchef der Oper in Nowosibirsk, hatte er bereits für seine Verdi-Studien («Aida» und «Macbeth») einen leidenschaftlich engagierten Partner gefunden. Für beide ist der «Wozzeck» mehr als ein Herzstück, das sie schon immer einmal machen wollten, und die gemeinsame Arbeit in Moskau mehr als ein künstlerisches Bedürfnis. Tcherniakov und Currentzis zählen obendrein zu den Lieblingen des Moskauer Publikums. So warf das Duo seine ganze Popularität in die Waagschale, um die mehrheitlich konservativen Bolschoi-Besucher davon zu überzeugen, dass Bergs Opus summum ein Theatererlebnis für alle Sinne sein ...

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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Alexej Parin

Vergriffen
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