Smoking und Knarre
Das Trojanische Pferd blieb draußen vor der Tür: eine sechs Meter hohe Sehenswürdigkeit. Was drinnen, im Straßburger Haus der Opéra national du Rhin, über den Schienenstrang auf Hermann Feuchters Bühne herankurvte, war ein trojanischer Panzer mit gewaltiger Kanone. «Les Troyens», das Gipfelwerk des von der elsässischen Drei-Städte-Oper neuerdings ganz speziell gepflegten Hector Berlioz, finden sich in der Koproduktion mit dem Gelsenkirchener Musiktheater im Revier im Ersten Weltkrieg wieder. Diskutabel.
Ein Menetekel, wie sich die zerschundenen Gestalten aus den Schützengräben heraus mühten, vom Elend Geschlagene, die während der griechischen Belagerung im Schutt der Ruinen vegetierten, Beschädigte, weiß Gott, in Gabriele Heimanns Kostümen beinahe eins mit dem Trümmerchaos. Weit weniger diskutabel, wie Regisseur Andreas Baesler diese abgerissenen Menschen in einer uninspirierten Allerweltsgestik – ja, beinahe schon denunziert: Opernharm nach alter Väter (Un-)Sitte.
Klimawechsel. In den Karthago-Akten ist die Aufführung auch in der Phase nach Weltkrieg II angekommen, im hellen Wirtschaftswunder-Glamour einer strahlenden Wüstenresidenz. Man trägt Dinnerjacket. Wiederum: ...
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Prinzipiell lässt sich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Bühnenproduktionen, die vor allem wegen ihrer szenischen Aspekte große Beachtung gefunden haben, als pure Tonkonserven zu veröffentlichen. Der Stuttgarter «Ring» von 2002/03 liegt mittlerweile bei Euroarts auf DVD vor und hat in der Filmversion ebenso viel Zustimmung gefunden wie seinerzeit die...
Zwei Marschallinen, eine (Elisabeth Whitehouse) an der Rampe singend, die andere (Christiane Libor) lippensynchron in Kostüm und Maske spielend: Solche Doppelungen aus Krankheitsgründen sind nicht mehr ungewöhnlich und doch immer wieder eine Nervenprobe für alle Beteiligten. Wie anders wäre es zu erklären, dass die später theatralisch und musikalisch...
Esultate! L’orgoglio musulmano sepolto è in mar, nostro del ciel è gloria! Das hätte man gegenwärtig auch benediktisch zugespitzt, sozusagen auf des Krummsäbels Schneide, inszenieren können. Doch Christine Mielitz lässt den «muselmanischen Stolz» szenisch unkommentiert, nutzt vielmehr Unwetter und Sturm pantomimisch zur (nur bei Shakespeare geschilderten)...
