Alles im Fluss

Hannover, Wagner: Das Rheingold

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Barrie Kosky liebt das Tingeltangel, das Zirzensische, die Show. Und er spielt gern den Bühnenzauberer. Zu Saisonbeginn schickte er an der Komischen Oper Berlin Verdis «Rigoletto» in einen Affenzirkus und riskierte vor lauter Taschenspielertricks, dass statt einer neuen Verdi-Sicht oder zumindest eines Kaninchens bisweilen nur ein falscher Hase aus dem Zylinder kam. Jetzt startete er am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover einen neuen «Ring» ebenfalls mit einem Abstecher ins Varieté.

Das ging besser auf, vielleicht weil er diesmal seinen Einfall nicht abendfüllend überanstrengte. Für Kosky ist der Rhein eine Art Friedrichstadtpalast. Erst strecken die Rheintöchter ihre Köpfe durch den ansonsten geschlossenen Bühnenvorhang, als wollten sie sich vergewissern, dass auch alle da sind. Dann lassen der Regisseur und sein Ausstatterteam Klaus Grünberg (Bühne) und Klaus Bruns (Kostüme) Showgirls mit viel Federn zu Wagalaweia sehr bildhaft und vor allem sehr musikalisch Wogen wedeln. Das Rheingold ist eine barbusige Schöne, die auch Goldfinger betören könnte. Stattdessen wird sie von Alberich geraubt und in einem Umzugskarton verstaut. Der Zwerg tritt zunächst wie der Star einer ...

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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Rainer Wagner

Vergriffen
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