Editorial
Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen hatte. Das Kulturzentrum Radialsystem am Ostbahnhof war überfüllt, zwischen 700 und 800 Gäste werden es wohl gewesen sein.
Wie stabil ist die wirtschaftliche Zukunft der drei Opernhäuser? Können, sollen, müssen wir damit leben, dass im Schnitt pro Abend 1500 Plätze leer bleiben in Berlin? Ist die ästhetische Vielfalt groß und kontrastreich genug, um den finanziellen Aufwand zu rechtfertigen? Wie könnten Projekte (nicht nur Spielpläne) aussehen, die Berlin als Ereignisraum mit besonderen Chancen aber eben auch besonderen Herausforderungen begreifen und nutzen? Solche Fragen treiben viele Menschen um – nicht nur diejenigen, deren Arbeitsplatz davon abhängt.
Auf dem Podium, neben den drei Berliner Opernchefs: Klaus Zehelein, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, und Gerard Mortier, der aus Paris weiß, was es heißt, wenn ...
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Das Wagnis einer abenteuerlichen Zeitreise in die Vergangenheit stand auf dem Programm der 32. Karlsruher Händel-Festspiele: die historisch genaue Bühnenumsetzung von Händels Oper «Radamisto» 289 Jahre nach ihrer ersten Aufführung im Londoner King’s Theatre 1720. Wie es geklungen hat, glauben wir nach fünfzig Jahren Umgang mit der historisch informierten...
Im Musiktheater unserer Tage wird gern die kritische Philosophie als Stichwortgeber bemüht. Von Adorno bis zu Peter Sloterdijk und von Horkheimer bis zu Giorgio Agamben reicht die Palette der Vordenker, deren Analysen zum schlechten Stand der Welt die (im Programmheft mitgelieferte) Folie für manche Regiearbeit bilden, die eine radikale Neubefragung, wenn nicht...
Kein Zufall, dass die Opernhäuser einen Bogen machen um Manuel de Fallas knapp über einstündigen Zweiakter «La vida breve» von 1905. Immerhin könnte man ihn als eine Art spanische Nationaloper bezeichnen – mangels sonstiger Masse: De Fallas monumental konzipiertes Spätwerk «Atlántida» blieb unvollendet und in (von Ernesto Halffter) unbefriedigend komplettiertem...
