Glaube, Liebe, Hoffnung
Frau Harms, mit dem Kirchentag hätten wir Sie nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Wer hatte die Idee, Bonhoeffer auf die Opernbühne zu bringen?
Das Projekt geht auf einen Vorschlag des Kirchentagspräsidenten Gerhard Robbers zurück. Vor zwei Jahren fragten mich die Librettisten Theresita Colloredo und David Gravenhorst, ob ich die Regie übernehmen wolle.
Ihre erste intensive Beschäftigung mit Bonhoeffer?
Natürlich war mir Dietrich Bonhoeffer ein Begriff.
Natürlich wusste ich, dass er einen Monat vor Ende des Krieges im KZ Flossenbürg ermordet worden ist – ein Mann, der aus dem Glauben heraus gegen die NS-Herrschaft aufbegehrte. Aber erst jetzt habe ich mich wirklich mit dem Leben und Denken dieses Mannes auseinandergesetzt. Und dabei sofort gespürt, dass die Geschichte Bonhoeffers ein interessanter Stoff für eine Oper ist.
Wie haben Sie sich vorbereitet? Mit den Biografien von Eberhard Bethge und Ferdinand Schlingensiepen?
Ferdinand Schlingensiepen hat beratend an der Entwicklung des Librettos mitgewirkt. Vor allem im Blick auf theologische Fragen. Meine Aufgabe besteht eher darin, das Stück auf die Bühne zu bringen.
Konnten Sie Einfluss auf Text und Partitur nehmen?
Ich habe mich ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Albrecht Thiemann
So intim, so bewegend kann Oper sein: Unmittelbar vor den Zuschauern öffnet sich das sandgelbe Halbrund einer Arena, das Orchester verschwindet nicht im Graben, sondern ist auf dem Rang positioniert. Der Klang fließt ungehindert in den Saal; Publikum, Sänger und Musiker schließen sich zusammen in einem innigen Kunstgehäuse. In der Bühne am Park, dem kleinen,...
Herr Friedrich, in Deutschland gibt es vor allem zwei Komponisten, mit denen man als Chor-Dirigent bekannt werden kann: Bach und Wagner. Richtig?
Das hängt bei Wagner natürlich vor allem mit der exponierten Bedeutung von Bayreuth zusammen. Und damit, dass die Chöre bei Wagner und Bach eine echte Aussagefunktion haben. Man hat seinen Spaß daran.
War der Wagner-Akzent...
Großer Bahnhof vor dem Bahnhof. Dem von einst, der heute ein Festspielhaus ist. Baden-Baden, der erste Abend der «neuen» Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker. Ein Anblick fast wie in der Salzburger Hofstallgasse, der das Orchester den Rücken kehrte. Eine Schwadron von Reisebussen aus ganz Baden-Württemberg und dem nahen Ausland. Hoch- und Erwartungsstimmung...
