Wegzauber-Künstler
Der Letzte macht das Licht aus. Er hat es ja auch angemacht. In der Staatsoper Hannover dreht Leporello Glühbirnen in die kleinen Leuchten am Rampenrand, ehe das Spiel beginnt. Und am Ende werden sie wieder eingesammelt. Dazwischen gibt es ein erstaunliches Spiel mit Licht und Schatten, mit Erwartungen und Enthaltungen.
Was man allerdings nicht zu sehen bekommt, ist der Titelheld. Eine «Giovanni»-Aufführung, in der Don nie zu sehen ist, dürfte einmalig sein. Dahinter steckt Benedikt von Peter, als Opernregisseur ein Meister der Dislokation, ein Wegzauberkünstler.
In Hannover hat er schon die Distanz zwischen Zuschauern und Akteuren verschwinden lassen (bei Nonos «Intolleranza») und in «La traviata» Violetta Valéry mutterseelenallein auf die Bühne gesetzt. In Bremen hat er für eine szenische Aufführung von Mahlers 3. Sinfonie das Orchester lange hinter einem Bretterzaun versteckt und die «Bohème» ganz auf die männlichen Bohemiens (Pech für Mimì und Musette) konzentriert. Und jetzt also ein «Don Giovanni», in der man vom Verführer immer nur die behandschuhten Hände sieht – und seine Wirkung auf die Verführten. Das allerdings in Großaufnahme. Katrin Wittigs Bühnenbild wird von einem ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Rainer Wagner
Das schrägste, schmierigste, schaurig-schönste Faktotum dieser «Erzählungen» ist der schlaksige Weißkittel, Doktor Spalanzani. Irgendwo treibt er sich immer herum auf der Bühne des Teatro Real. Manchmal schiebt er eine abgedeckte Leiche quer durch die ranzige Halle, in deren Mitte Aktmodelle für ergraute Eleven posieren, die mit dem Kohlestift die Zeit totschlagen....
Drei Jahrzehnte waren ihr zunächst vergönnt. Beginnend mit der Uraufführung im April 1801 zur Eröffnung des Teatro Nuovo in Triest, dem heutigen Teatro Verdi, bis zu einer noch verbuchten Produktion in Palermo anno 1831. Dann sah es lange düster aus für «Ginevra di Scozia» von Simon Mayr. Für den dreistündigen Zweiakter bediente sich der bayrisch-italienische...
Adriana Hölszky zählt heute zu den innovativsten, profiliertesten Komponistinnen der Gegenwart – umso mehr, als sie sich, anders als so manche prominenten Zeitgenossen, nicht vom Projekt der Moderne verabschiedet hat. Aus Anlass ihres 60. Geburtstags sind 2013 zwei Veröffentlichungen erschienen, die Annäherungen an die gleichermaßen komplexen wie weitverzweigten...
