Der innere Kompass
Frau Palmer, Sie sind ja, wenn man das laut sagen darf, vor einiger Zeit 70 Jahre alt geworden – und singen immer noch!?
Ja, vielleicht liegt das daran, dass ich irgendwie etwas nachholen muss. Ich bin, wie ich leider sagen muss, viele Jahre lang fehlgeleitet worden. Wie so viele Sänger. Man denkt immer, die Lehrer wissen alles. Und irgendwann realisiert man, dass das gar nicht stimmt. Und dann muss man selbst loslegen.
Wann haben Sie selbst losgelegt?
Erst vor vielleicht zwölf Jahren. Sehr spät.
Auch davor habe ich natürlich gesungen. Ich galt als musikalisch, konnte vom Blatt lesen – und sang, wie mir der Schnabel gewachsen war. Das geht auch, sogar wenn man eigentlich grundsätzliche Probleme hat. Aber eben nur bis Anfang 40. Dann wird es schwierig.
Was war Ihr grundsätzliches Problem?
Etwas, das ich damals nicht bemerkt habe und das mir auch niemand gesagt hat: dass ich in Wirklichkeit Mezzo bin.
Eine bedeutende Lehrerin von Ihnen war die viel bewunderte Vera Rosza. Hat sie Ihnen das nicht gesagt?
Nein. Vera Rosza war eine gefährliche Frau. Sicher, sie war auch die Lehrerin von Kiri Te Kanawa und Sarah Walker. Anscheinend waren die robuster als ich. Auch Anne Sofie von Otter war bei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Interview, Seite 30
von Kai Luehrs-Kaiser
Von Peter Brooks «leerem Raum» ist keine Rede bei Donizettis «Don Pasquale» in der szenischen Exegese seiner Tochter Irina an der Wiener Staatsoper, im Gegenteil: Das Ganze ist eine quietschbunte, klamaukige Abrechnung mit unserer Event-Zeit, voller Slapstick, Scherz, Satire und Ironie – in Form von typisch angelsäschischem tongue in cheek, vor allem im ganz in...
Jubilare
1935 als Sohn eines Architekten in Heidelberg geboren, studierte Michael Hampe Cello an der Syracuse University in den USA, bevor er die Falckenberg Schauspielschule in München besuchte und sein Theater- und Musikwissenschaftsstudium mit einer Dissertation über Bühnentechnik an der Universität Wien abschloss. Nach ersten Regiearbeiten in Deutschland und der...
Die neue Oper von Peter Eötvös verdankt sich einem Joint Venture: einem schon vor geraumer Zeit vergebenen Kompositionsauftrag der Kölner Philharmonie sowie einem jüngeren, auf Vorschlag von Henri Dutilleux erteilten des New York Philharmonic Orchestra. Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort ließ sich darauf ein – unter der Bedingung, dass die Uraufführung in...
