Cowboy-Oper
Die Hoffnung, dass alles schon irgendwie gutgehen wird – in Annie Proulx’ Wyoming-short stories wird sie kunstvoll langsam, aber gnadenlos zermalmt. Vielleicht ist es das, was Charles Wuorinen bei der Veroperung von «Brokeback Mountain» (siehe OW 3/2014) mit seinen unwirschen Orchestertexturen einfangen wollte. Sie treffen den Nerv der zermürbenden Streitereien, sei es zwischen Jack und Ennis, die sich an der Unmöglichkeit homosexueller Liebe in der amerikanischen Provinz aufreiben (eindrucksvoll: Tom Randle und Daniel Okulitch) oder in ihren aussichtslosen Ehen.
Doch auf Dauer gibt es zu wenig Kontrast im Mahlstrom dauernervöser, intervalljapsender Klänge. Merkwürdig unbeholfen wirkt der Satz, wenn die beiden Männer in Proulx’ überraschend sentimentalem Libretto Gefühle zeigen: Da rutschen die insgesamt konventionell-deklamatorischen Vokalpartien plötzlich in ein süßliches
Musical-Idiom. Ivo van Hoves recht naturalistische, aber auf Fernwirkung ausgelegte Inszenierung gewinnt durch die vielen Nahaufnahmen kaum, auch wenn der DVD-Mitschnitt der Madrider Uraufführungsproduktion unter Titus Engel fraglos dokumentarischen Wert hat.
Wuorinen: Brokeback Mountain
Daniel Okulitch ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Wiebke Roloff
ARD-ALPHA
6.4. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 7 h-moll D 759 «Die Unvollendete».
11./25.4. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
12./19./26.4. – 11.00 Uhr
Wiener Sextett.
1. Schönberg: Verklärte Nacht, op. 4. 2. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 1, B-Dur, op. 18.3. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 2., G-Dur, op. 36.
arte
1.4. – 5.15 Uhr
7.4. –...
Mittlerweile ist aus dem hoffnungsvollen Nachwuchssänger einer der gefragtesten Countertenöre unserer Zeit geworden, und ein Album mit Mozart-Arien, Ende 2013 im Rahmen der Grazer Styriarte entstanden, bestätigt Valer Sabadus’ Ausnahmerang. Mozarts Musik vermag seiner Stimme sogar noch mehr Nuancen, noch mehr Farben zu entlocken als die barocker Meister wie Hasse,...
Der Befund ist kaum neu: So wie das Schauspiel immer weniger seinen Texten vertraut und durch den Griff der Protagonisten nach dem obligatorischen Mikrofon zum Musiktheater wird, so wird in der Oper der Vertrag mit der Partitur brüchiger. Solange aber Uraufführungen als Auftragswerke in den herkömmlichen Opernbauten und unter den üblichen Bedingungen genormter...
