Der Verzauberer
Da saß er nun endlich im Ruhrtriennale-Büro und redete auf mich ein. Die Haare standen ihm vom Kopf, als wäre er gerade in einen Sonnensturm geraten. Seine dunklen Augen glänzten und ließen nicht los. Er erzählte von der unterirdischen Stadt, die sich von Duisburg bis Dortmund erstreckte, von den großen Bahnhöfen untertage und wollte dort irgendwo unbedingt ein großes Objekt aufstellen. Dieser Plan schlug fehl. Zu kompliziert, zu teuer, keine Transportwege.
Was also tun mit ihm dem Oberhausener, der direkt aus dem Revier kam? Das letzte Mal hatten wir uns in der Bayreuther Kantine gesehen. Er hatte das Schicksal aller Regisseure auf dem Hügel erlitten, als sich das dortige Establishment widerborstig auch gegen ihn stellte und seine Arbeit behinderte. Sie konnten sich eben vorher nicht vorstellen, wer er war. Wir haben dann viel telefoniert, er hat mich oft gefragt, wie man den störrischen Altvorderen Paroli bieten könne. Da hatte ich Erfahrung. In einem dieser Gespräche verabredeten wir kurzerhand, er solle bei der Ruhrtriennale arbeiten.
Wir hatten freilich alle ein wenig Angst vor ihm, seiner ungebärdigen Fantasie und vor diesem extrem starken und ehrgeizigen Willen. Kann man das ...
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Herr Meyer, in einem Interview sagten Sie, das Budget der Staatsoper sei «nicht in Ordnung» – die Wiener Staatsoper erhalte zur Zeit nicht einmal die Hälfte der Subvention der Pariser Oper. Glauben Sie, das ändern zu können?
Was ich gemeint habe, ist, dass die Staatsoper seit Jahren keine Erhöhung bekommen hat. Auch wenn die Inflation in den letzten 20 Jahren ...
Berühmt und gleichwohl schlicht sind die Namen der Berliner Philharmoniker, der Bamberger Symphoniker oder des Cleveland Orchestra. Sie verraten lediglich den Hauptsitz dieser künstlerischen Verbände, der heutzutage freilich immer weniger mit dem Herkunftsort der dort beschäftigten Musiker zusammenfällt. Andere Klangkörper nannten sich nach einer Gründerfigur – das...
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