Gefühlswegweiser

«Ahnung und Erinnerung»: Melanie Wald und Wolfgang Fuhrmann zeigen die Komplexität von Wagners Leitmotivik auf

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Über den Philosophen, Kulturkritiker und Politiker Wagner war im Wagner-Jahr viel zu lesen, über den Komponisten, den Musiker Wagner recht wenig. Zu den rühmlichen Ausnahmen gehört das Buch des Musikwissenschaftler-Ehepaars Melanie Wald und Wolfgang Fuhrmann, das sich mit der Leitmotivik einer zentralen ästhetischen Kategorie von Wagners musikalischer Dramaturgie zuwendet. In zwei einführenden Kapiteln nähern die beiden Autoren sich dem Thema, grenzen Wagners Gebrauch von der bloßen Erinnerungsmotivik ab, wie die Oper sie seit dem ausgehenden 18.

Jahrhundert kennt, und definieren das Leitmotiv als «eine musikalische Gestalt, die auf etwas Nicht-Musikalisches verweist, das eine Bedeutung entfaltet». Auf zweierlei Weise unterscheidet Wagner sich von allen Vorläufern: einmal durch ein semantisches System, das gleichermaßen Personen, Objekte oder Gefühle betrifft; zum andern durch eine Klangdramaturgie, die die Motive, ähnlich den Themen einer Sinfonie, der Verarbeitung, Variantenbildung und Fortspinnung unterwirft. Wagner selbst spricht in «Oper und Drama» von «Gefühlswegweisern durch den ganzen vielgewundenen Bau des Dramas». Wald/Fuhrmann exemplifizieren diesen «Beziehungszauber» ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 25
von Uwe Schweikert

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