Auf der Schwelle zur Großen Oper
Schon seit Jahren ist das Interesse an Giacomo Meyerbeers frühen Opern in stetem Wachsen begriffen. Wiederaufführungen von «Semiramide», «Margherita d’Anjou», «Il crociato in Egitto» sowie der szenischen Kantate «Gli amori di Teolinda» auf der Bühne, im Konzertsaal und im Tonstudio gerieten immer wieder zu beeindruckenden Erlebnissen und beglückenden Erfahrungen, die überraschende musikgeschichtliche Perspektiven eröffneten.
Man konnte erkennen, dass es sich bei diesen Werken um Kunstleistungen von hoher Originalität und eigenständigem historischen Rang handelt, deren Bedeutung sich nicht in ihrer «Vorreiterrolle» erschöpft, sondern die für sich selbst bestehen können. Meyerbeers kompositorisches Genie zeigt sich hier zwar noch in statu nascendi, aber doch schon in seinem unverwechselbaren persönlichen Profil.
Kürzlich ergab sich im Abstand weniger Wochen gleich zweimal die Gelegenheit, eine derartige Erfahrung zu machen: Die Herbstlichen Musiktage Bad Urach brachten am 10. Oktober 2010 «Alimelek oder Wirt und Gast» (gekoppelt mit Webers «Abu Hassan») heraus; im Wiener Konzerthaus spielte man am 7. November 2010 «Emma di Resburgo». Beide Aufführungen waren konzertant (im Falle ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Sieghart Döhring
Der 1935 in Zürich geborene Musiker wanderte 1940 mit seinen Eltern in die USA aus und studierte an der Yale University Orgel, Komposition und Dirigieren. In den 1960er-Jahren pflegte er ein Repertoire, das von Schütz, Händel, Schubert und Bruckner bis Hindemith reichte. Einen Namen machte sich Somary mit Interpretationen von Händel-Oratorien sowie seinem Einsatz...
Frau Opolais, Sie haben Tatjana in Riga schon in einer früheren «Eugen Onegin»-Inszenierung gesungen. Worin unterscheiden sich die beiden Produktionen?
Der Unterschied liegt vor allem in meinem Gefühl für die Rolle. Die frühere Produktion, die etwa sieben Jahre zurückliegt, war nicht so modern, eigentlich ganz konventionell. Ich war damals fast ganz auf meinen...
In Basel gewesen. «Pique Dame» gesehen. Immer wieder nicht schlecht gestaunt. Ab und zu auch nichts verstanden. Zuvor die Theaterzeitung gelesen, im Programmheft geblättert. Manche Überraschung erfahren, doch nicht alles auf der Szene wiedergefunden. So ließe sich's weiter schreiben. Allein, David Hermanns Tschaikowsky-Inszenierung, Christof Hetzers bildnerische...
