Wiesbaden, Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Zur Lady Macbeth hat ihn Bergs «Wozzeck» gebracht: Ein Satz, der auf den Komponisten Schostakowitsch ebenso zutrifft wie auf den Regie führenden Wiesbadener Intendanten Manfred Beilharz. Kaum zu glauben: Diese Produktion der «Lady» ist die erste eigene im Hessischen Staatstheater, wo das Werk erst einmal in einem Gastspiel zu erleben war. Eine Spiegelung des «Wozzeck» sieht Beilharz in Katerina Ismailowa: Bei aller Grausamkeit muss man mit ihr Mitleid haben, dafür hat schon der Komponist in seiner Milderung der Vorlage gesorgt.
Und wie ein Anschluss auf den «Wozzeck», den Beilharz mit großem Erfolg in Bonn, Wiesbaden und Tel Aviv inszeniert hat, kommt auch dies Produktion daher: In expressionistischer Bühne und historisierenden Kostümen rund um die Stalinzeit inszeniert Beilharz mit perfektem Handwerk völlig geradeaus die Geschichte. Er zeigt sich erneut nicht als Hinzufüger oder Veränderer, sondern als großer Erzähler. Dazu passt auch, dass in Wiesbaden die sehr gute deutsche Übersetzung von Jörg Morgener und Siegfried Schoenbohm gesungen wird. Dazu ein von Fabrizio Venturo auf den Punkt geführtes, impulsives Orchester und ein brillanter Chor – doch trotzdem kommt die «Lady» nach ...
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