Eine Axt für den Ernstfall

Uwe Schweikert über die Uraufführung von Enno Poppes «IQ» und die Wiederentdeckung von Anton Schweitzers «Rosamunde» in Schwetzinge

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Mit sechzig kommen die 1952 gegründeten Schwetzinger Festspiele langsam in die Jahre. Unter der Leitung des SWR-Redakteurs Peter Stieber haben sie sich im vergangenen Jahrzehnt zu einem Kammermusikfestival vom Feinsten gemausert, das auch aktuelle Musik einbezieht. Letztes Jahr galt die Reverenz György Kurtág.

Diesmal stand Aribert Reimann im Zentrum dreier Porträtkonzerte, die seinem Kammermusik- und seinem Liedschaffen gewidmet waren – mit Sängerinnen wie Christine Schäfer und Mojca Erdmann, dem Oboisten Jörg Widmann und dem Auryn Quartett künstlerisch hochbestückte Ereignisse, die einmal mehr den Rang Reimanns und seine Wurzeln in der großen deutschen Liedtradition verdeutlichten. Überregionale Ausstrahlung freilich gewinnt Schwetzingen hauptsächlich durch seine Opernaufführungen. Der seit vier Jahren für das Musiktheaterprogramm zuständige Basler Intendant Georges Delnon hält sich dabei wie seine Vorgänger an die im Rokokotheater, dem Schmuckstück der ehemaligen Sommerresidenz der Mannheimer Kurfürsten, seit Jahrzehnten bewährte Mischung aus Alt und Neu. Dieses Jahr zog Delnon allerdings mit der Uraufführung von Enno Poppes «IQ» eine schmerzliche Niete, die er mit der ...

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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert

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