«Isolde ist für mich einfach das Größte»
Frau Stemme, bevor Sie Opernsängerin wurden, haben Sie in Ihrer Heimatstadt Stockholm Volks- und Betriebswirtschaft studiert. Prägt Sie die ökonomische Denkweise, das genaue Kalkulieren und Disponieren, auch heute noch?
Sicher, im übergeordneten Sinne schon. Erstens lernt man dort, dass sich die Wirklichkeit nun einmal nicht exakt kalkulieren lässt – denken Sie an den letzten Börsenkrach. Und zweitens lernt man, immer das große Ganze im Blick zu haben.
Für mich besteht Oper aus großen Zusammenhängen und kleinen Teilen, die diese Energien übertragen und wirksam machen, ähnlich wie sich in einer Volkswirtschaft die verschiedenen Faktoren gegenseitig beeinflussen. Wenn ich auf der Bühne stehe, weiß ich, dass ich ein kleines Rad in diesem Getriebe bin. Aber kleine Räder können ja manchmal viel bewirken.
Die Marguerite, die sie vor kurzem in Frankfurt gesungen haben, war ein Musterbeispiel ökonomischen Singens – mit einer bis ins Detail dosierten Dynamik. Geht die Erfassung einer solchen Opernfigur bei ihnen vor allem über den Kopf?
Nein, natürlich nicht, schon beim Studieren der Partie läuft da vieles intuitiv, und die Abstimmungen im Probenprozess beeinflussen meine Vorstellungen von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Das Mädchen aus der Fremde» lautet der Titel eines Gedichtes von Friedrich Schiller. In diesem Jahr dreht sich alles um den Geistesheroen, der vor zweihundert Jahren starb. An der Schillerbühne zumal – denn so versteht sich das Mannheimer Nationaltheater. Der Abend, der um zwei Gedichte von Friedrich Schiller kreist, entstand als Auftragswerk der beiden...
Sonderlich beliebt sind sie nicht, die alten Schweden. Fragt man in Stockholm nach nationalen Klassikern des Tonsatzes, kommen Einschätzungen wie «nicht wirklich gut» (der Komponist Anders Hillborg über den Komponisten Kurt Atterberg) oder das Bekenntnis «klingt mit Retuschen besser» (der Dirigent Manfred Honeck über den Komponisten Franz Berwald). Unverdrossen...
Das Leben als Traum – oder der Traum vom Leben? Nach Calderón und Grillparzer wird diese Thematik auch ins Genre der Operette übernommen. Franz Lehár erzählt unter dem Subtitel «Romantische Operette in drei Akten» die Geschichte von Zorika, Tochter des Großgrundbesitzers Dragotin, die zwar vom Leben mit dem vagabundierenden Zigeunergeiger Jószi träumt, doch letzten...
