Bunter Spaß
Es gehört zu den Unverständlichkeiten des Opernbetriebs, dass ein dramaturgisch so gut gebautes und musikalisch so brillantes Werk wie Emmanuel Chabriers Opéra bouffe «L’Étoile» bis vor Kurzem gänzlich vergessen war. Nach Genf, Berlin und Bielefeld hat nun auch die entdeckungsfreudige Oper Frankfurt das Stück rehabilitiert. Man hat keinen Aufwand gescheut, die verdienstvolle kritische Neuausgabe von Hugh Macdonald gespielt und ein Team zusammengebracht, das den Besonderheiten wie den Qualitäten von Chabriers musikalischem «Stern» in jeder Hinsicht gerecht wurde.
Regisseur David Alden und Ausstatter Gideon Davey versetzen die grotesk-komische Handlung um König Ouf I., den Straßenhändler Lazuli und die Prinzessin Laoula in eine popbunte Bilderwelt, würzen sie mit Anleihen bei Comedy, Revue und Show, lösen die Aktionen immer wieder in tänzerisch choreografierte Szenen auf und bleiben doch stets ganz nah an den von Chabrier mit leichter Hand modellierten Figurentypen des Boulevardtheaters. Da erinnert gleich eingangs der schwarz kostümierte Herrenchor an Mafiosi, tritt Ouf inkognito als Straßenarbeiter mit Kickboard auf, katapultiert die Unterbühne den schwergewichtigen Hofastrologen ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Uwe Schweikert
Man traut seinen Ohren nicht. Als hätte man nicht schon immer die selbstbewusste Kraft und radikale Originalität von Schostakowitschs Gogol-Adaption «Die Nase» (Leningrad/St. Petersburg, 1930) geschätzt, nicht schon immer registriert, um wie viel «moderner» sie ist als vieles andere, das seither seine Avantgarde-Kanten eingebüßt hat. Was Ingo Metzmacher da mit dem...
ARTE
2./8./14.11. – 6.00 Uhr
Valeriy Sokolov spielt Bartók.
Film von Bruno Monsaingeon. Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman.
4./10.11. – 6.00 Uhr
Pierre-Laurent Aimard
spielt Liszt. Klavier-Festival Ruhr 2011.
6.11. – 11.05 Uhr
16.11. – 6.05 Uhr
22./28.11. – 6.00 Uhr
Prokofjew – Das unvollendete Tagebuch.
Dokumentation von Yosif Feyginberg.
6.11. – 19.15 Uhr
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Die Entstehungsgeschichten von «Krieg und Frieden» als Roman und als Oper weisen verblüffende Parallelen auf. Als Tolstoi begann, schwebte ihm eine Familienchronik mit Happy End vor. Die Dynamik jener historischen Periode, in der er das Geschehen ansiedeln wollte, führte aber zur allmählichen Weitung der Perspektive aufs große Ganze: Napoleons Russlandfeldzug, der...
