Kein Zuckerschlecken
Gerötete Gesichter, glasige Blicke – fast ist man überrascht, in der Pause nicht jedermanns Haar steil nach hinten geföhnt zu sehen vom Sturm der Töne. Operndirektor Jan Michael Horstmann lässt aus dem Graben die Zirkusmusik von Wagners «Jugendsünde» schrillen, fröhlich kräht dazu der Chor, monströse Brüllarien ziehen vorüber: In der «großen komischen Oper» Das Liebesverbot, die Wagner im Alter von 22 Jahren schrieb, steckt Zukunftsmusik, insofern als schon hier jedes Stimmband zum Zerreißen gespannt ist.
Hinrich Horstkottes Inszenierung packt diese Musik ironisch an und macht aus der Karnevalsoper einen rechten Schabernack. Lärmgeplagte Palermitaner halten sich die Ohren zu, wenn der Pegel im bedrängten Saal der Sächsischen Landesbühnen das Trommelfell zu zerreißen droht. Man muss sich als Zuhörer nicht schämen, selbst unauffällig die Hände unters Haar zu schieben, wenn’s gar zu toll wird. Zwar dröhnt der Kopf, zwar sind die Kapazitäten des Ensembles strapaziert, doch langweilig wird’s nicht, und den Solisten (u. a. Ulf Paulsen als Zweitbesetzung des Friedrich, Guido Hackhausen als Claudio, Stephanie Krone als Isabella) gelingt es, unfallfrei durch die schweren Partien zu kommen.
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Wiebke Roloff
Nicht einmal 100 Sängerinnen und Sänger gibt es weltweit, die als Stars gelten. Für die anderen kann das Leben bitter werden. 1600 Euro brutto Mindestgage im festen Engagement – bei unbegrenzter Zahl an Proben und Vorstellungen. Ständige Selbstbehauptung. Arbeitszeiten, die sich kaum mit einer Familie koordinieren lassen. Soziale Unsicherheit angesichts kurzer...
arte
1./7./13./19./25.2. – 6.00 Uhr (1)
24.2. – 23.35 Uhr (2)
Gustavo Dudamel dirigiert
1. Brahms: 3. Symphonie.
2. Berlioz: Symphonie Fantastique. Orchestre Philharmonique de Radio France.
2.2. – 5.15 Uhr (4)
9.12. – 5.15 Uhr (5)
Der Kreuzchor.
Dokumentation von Jana von Rautenberg über den berühmten Knabenchor.
3.2. – 14.00 Uhr
Französische und spanische Musik.
Live von...
Jetzt ist es also heraus, ein bisschen früher als erwartet, aber nicht unerwartet: Simon Rattle hört bei den Berliner Philharmonikern auf. Fünf Jahre macht er noch den Chef, dann ist Schluss. Wenn sich Rattle 2018 zurückzieht, ist er fast 64 und wieder ein freier Mann. 16 Jahre lang wird er dann bei den Berlinern den Ton angegeben haben (davor, bei «seinem» City of...
